Irak US-Geisel getötet
Washington - Bei dem Toten handelt es sich um Tom Fox. Das Außenministeriums in Washington hat den 54-Jährigen inzwischen identifiziert und seine Familie benachrichtigt.
Fox war im November einen Tag nach der deutschen Archäologin Susanne Osthoff gemeinsam mit zwei Kanadiern und einem Briten entführt worden. Er arbeitete für eine der wenigen noch im Irak aktiven Hilfsorganisationen, den "Christian Peacemaker Teams". Osthoff kam im Dezember wieder frei.
Der Hilfsorganisation zufolge wurde die Leiche von Fox am Donnerstag in Bagdad gefunden. Die Organisation appellierte an die Entführer, die anderen drei Geiseln freizulassen. Nach Angaben der irakischen Polizei wurde Fox misshandelt und später erschossen. "Seine Hände waren ihm auf den Rücken gebunden und er hatte Schusswunden. Es gab Anzeichen für Folter", erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von einem Polizeivertreter.
Nach Angaben einer Sprecherin der US-Botschaft in Bagdad wurde Fox' Leiche in die USA überführt. Sie machte keine Angaben zur Todesursache.
Zuvor in dieser Woche hatte der arabische Fernsehsender al-Dschasira ein Video mit den drei übrigen Geiseln ausgestrahlt. Die Männer baten um die Hilfe ihrer Regierungen und der arabischen Golfstaaten. Ein al-Dschasira-Sprecher sagte, die Entführer hätten von einer "letzten Chance" für die amerikanischen und irakischen Behörden gesprochen, alle irakischen Häftlinge im Land freizulassen. Wenn dies nicht geschehe, müssten die Geiseln sterben.
Mehr als 200 Ausländer und tausende Iraker sind seit der von den USA geführten Besetzung des Iraks 2003 entführt worden. Auch zwei Deutsche befinden sich in den Händen von Geiselnehmern. Das Schicksal der zwei Männer aus Leipzig ist ungewiss. Sie waren am 24. Januar verschleppt worden.
ler/Reuters/AP