Irak USA bereiten Offensive in Bagdad vor
Bagdad - "Das wird eine Offensive, wie sie die Stadt noch nie gesehen hat", sagte heute Oberst Doug Heckman, Berater der 9.
irakischen Armee Division. Verglichen mit früheren Einsätzen,
die nicht zu einem Ende der Gewalt geführt hatten, werde diese
Offensive einen wesentlichen Unterschied machen. Geplant sei,
dass Soldaten der irakischen Armee und des US-Militärs die
Wohngegenden der Hauptstadt nach Extremisten und illegalen
Waffen durchsuchten und dann die Gegenden abriegelten.
Das Kommandozentrum für den Einsatz nehme am Montag seine Arbeit auf. Zwei irakische Zeitungen berichteten, die Offensive werde noch am gleichen Tag beginnen.
Die Gewalt in Bagdad hat in den vergangenen Wochen massiv
zugenommen. Gestern wurde der bisher schwerste Anschlag
verübt seit dem Einmarsch der US-Truppen 2003. Eine Autobombe riss auf einem belebten Marktplatz mindestens 135 Menschen mit in den Tod. Um der Lage Herr zu werden entsendet US-Präsident George W. Bush 21.500 weitere Soldaten in den Irak - die meisten sollen bei der Offensive in Bagdad eingesetzt werden. Die Pläne stoßen nicht nur bei den oppositionellen Demokraten, sondern auch bei Bushs Republikanern auf Widerstand.
Die US-Armee kündigte heute zudem an, mit neuen Taktiken den Abschuss weiterer Hubschrauber im Irak erschweren zu wollen. Innerhalb der vergangenen zwei Wochen hätten Aufständische insgesamt vier Helikopter abgeschossen, sagte Armee-Sprecher William Caldwell. Bei den Angriffen seien 21 Menschen - sowohl US-Soldaten als auch Mitarbeiter privater Sicherheitsfirmen - getötet worden. Die Hubschrauber seien andauernd im Visier der Aufständischen, sagte Caldwell. Zwar würden die Vorfälle noch untersucht, "in der Zwischenzeit werden die US-Hubschrauber aber ihre Art zu fliegen ändern". Das US-Militär setzt die Hubschrauber überwiegend zum Truppentransport ein oder zur Unterstützung der Bodentruppen bei ihren Kämpfen mit Extremisten.
kai/Reuters/AP