Irak USA starten zweite Großoffensive
Bagdad - "Die Anwesenheit und Aktivität von Aufständischen ist in dem Gebiet zuletzt angestiegen", begründete die US-Armee den zweiten Angriff auf die Region innerhalb eines Monats. Bei einem Anschlag in Haditha waren im Mai vier US-Soldaten getötet worden. Außerdem vermuten die US-Streitkräfte den angeblich verletzten al-Qaida-Führer Abu Mussab al-Sarkaui in dem Gebiet.
Bewohner der Stadt berichteten, die Soldaten seien vor der Morgendämmerung von Haus zu Haus gezogen. Sie hätten Verdächtige gesucht. "Sie kamen in mein Haus. Es waren etwa 15 und sie haben auf der Suche nach Waffen alles durchsucht und gefragt, ob ich irgendwelche Rebellen kenne", sagte ein Dekan der Universität. Über der Stadt kreisten amerikanische Kampfflugzeuge. In diesem Monat hatten die Amerikaner bereits eine große Militäraktion in Kaim und anderen Städten nahe der syrischen Grenze geführt.
Weitere Regionen des Landes wurden erneut von Anschlägen erschüttert. In Bagdad starben in der Nähe eines Polizeireviers zwei Menschen, als ein Selbstmordattentäter sein Auto zur Explosion brachte. Elf Menschen wurden verletzt. In der nordirakischen Stadt Scharkat griffen Bewaffnete aus dem Hinterhalt den Wagen des örtlichen Polizeichefs an und töteten diesen. In Ramadi wurden einem Krankenhausarzt zufolge drei Menschen bei Kämpfen zwischen Aufständischen und US-Soldaten getötet und sieben weitere verletzt.
Seit die neue, von Schiiten geführte Regierung am 28. April ernannt wurde, kamen durch die Gewalt in dem Golfstaat mehr als 600 Iraker und Dutzende US-Soldaten ums Leben. Die irakische Regierung hat angesichts der Gewalt die Uno gebeten, das Mandat für die US-geführte multinationale Truppe zu verlängern. Sein Land brauche den militärischen Beistand, bis der politische Prozess mit den Wahlen am Ende dieses Jahres abgeschlossen sei, "oder bis der Irak allein für seine Sicherheit sorgen kann", schrieb Außenminister Hoschiar Sebari an den Rat.