Irak Versteck von Saddam-Söhnen zerstört
Bagdad - US-Soldaten der 101. Luftlandedivision rissen die Villa in Mossul niedergerissen, in der vor vier Tagen Udai und Kussei Hussein getötet worden waren. Nachbarn berichteten, das bei den stundenlangen Kämpfen am Dienstag schwer beschädigte Haus habe Scheich Nauaf al-Saidan Muhhamad gehört, der sich nun in Schutzhaft befinde. Von offizieller Seite wurden diese Angaben zunächst nicht bestätigt.
Den Nachbarn zufolge gab Muhhamad den entscheidenden Hinweis, dass sich Odai und Kusai Hussein in seinem Haus versteckten. Die US-Regierung hatte zuvor eine Belohnung von 15 Millionen US-Dollar für Informationen ausgesetzt, die zur Ergreifung von einem der beiden Söhne führen würde. Für Hinweise auf das Versteck ihres Vaters ist eine Belohnung von 25 Millionen Dollar ausgeschrieben.
Der Tag hatte für die im Irak stationierten US-Truppen zunächst ruhig begonnen hatte, bei einem Anschlag am späten Vormittag in Bakuba starben dann jedoch erneut drei amerikanische Soldaten, vier wurden verletzt. Der Angriff ereignete sich im so genannten "sunnitischen Dreieck", in dem sich der bewaffnete Widerstand gegen die US-Truppen konzentriert.
Die getöteten und verletzten Soldaten gehörten zu einer Infantrie-Einheit, die ein Kinderkrankenhaus in Bakuba bewacht hätten, sagte ein Armeesprecher. Mit den neuen Todesopfern erhöhte sich die Zahl der seit Beginn des Irak-Kriegs am 20. März getöteten US-Soldaten auf insgesamt 161.
Unterdessen hatte Scheich Sadr beim Freitagsgebet vor 50.000 Menschen in der südlich von Bagdad gelegenen Stadt Kufa zur Bildung einer "Imam-Armee" aufgerufen. Ziel der Armee werde das Ende der amerikanischen Besetzung sein. Mehrere zehntausend Menschen hätten sich bereits für die Mitgliedschaft in der Religionsarmee gemeldet, sagte der Geistliche. Die Organisation wolle ihre Ziele mit friedlichen Mitteln erreichen. Sadr ist der Sohn eines schiitischen Geistlichen, der zusammen mit zwei anderen Söhnen 1999 einem Attentat zum Opfer fiel.
Die US-Truppen errichteten gestern neue Straßensperren zwischen Bagdad und Kufa sowie dem benachbarten Nadschaf. Es gebe Berichte, dass Anhänger von Sadr Waffen nach Nadschaf geschmuggelt hätten, sagte ein US-Offizier. Allerdings habe Sadr nur eine begrenzte Anhängerschaft und könne nicht für die Mehrheit der irakischen Schiiten sprechen.
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In Bagdad wurde bei einem Einsatz gegen mutmaßliche Entführer am Morgen der Leiter der irakischen Polizeiakademie, Brigadegeneral Ahmed Kadhim, angeschossen. Fünf weitere Polizisten wurden mit ihm verwundet, einer davon schwer.