Irak Viele Tote bei Anschlägen
Bagdad - Bei zwei Schießereien in Bakuba, 55 Kilometer nordöstlich von Bagdad, wurden laut Angaben irakischer Behörden neun Polizisten getötet. Sechs weitere sowie zwei Soldaten wurden im Vorort Buhris erschossen.
Drei irakische Soldaten wurden heute getötet, als ihr Konvoi in der Nähe von Ahaim, 50 Kilometer nördlich von Bakuba, unter Beschuss geriet. In Samarra kamen vier Zivilpersonen ums Leben, und elf weitere wurden verletzt, als drei fehlgeleitete Mörsergranaten in einem Wohngebiet landeten. Der Angriff habe sich offenbar gegen eine US-Einrichtung gerichtet, teilte die Polizei mit.
In der nordirakischen Stadt Tal Afar lieferten sich amerikanische und irakische Soldaten laut Augenzeugenberichten gestern Abend Gefechte mit Aufständischen. Über mögliche Opfer war zunächst nichts bekannt, da nach Krankenhausangaben noch keine Rettungswagen in das Gebiet 420 Kilometer nordwestlich von Bagdad vordringen konnten. Zuvor war es dort bereits zu Zusammenstößen zwischen irakischen Polizisten und bewaffneten Männern gekommen. Dabei wurden laut Militärangaben ein Aufständischer getötet und sechs festgenommen.
Die Volksgruppen setzten ihre Gespräche über sprachliche Änderungen an dem Verfassungsentwurf fort, wie der schiitische Unterhändler Chaled al-Attijah mitteilte. Ein westlicher Diplomat erklärte, wesentliche Veränderungen seien jedoch nicht zu erwarten. Ziel ist es, einen Kompromiss zu finden, der auch von der sunnitischen Minderheit akzeptiert werden könnte. Die Diskussionen konzentrierten sich auf drei oder vier Artikel, die der Verfassung bei dem Referendum am 15. Oktober zur Zustimmung verhelfen sollten.
Der Verfassungskonvent hatte den Entwurf am 27. September gegen den Willen der Sunniten beschlossen. Streitpunkte sind die von den Sunniten abgelehnte Umwandlung des Iraks in einen föderalen Bundesstaat, die Bewertung des von Sunniten dominierten Regimes der Baath-Partei von Saddam Hussein sowie die Rolle des Islams.