Irak Waffenruhe in Falludscha gebrochen
Bagdad/Falludscha/Kerbala - Ein Fotograf der Agentur Reuters beobachtete den Angriff der Freischärler: Er habe Leichen in den noch brennenden Fahrzeugen gesehen, sagte der Mann. Zu dem Konvoi hätten auch Tankwagen gehört. Mindestens neun Menschen seien getötet worden.
Am Mittag war in der in den vergangenen Tagen heftig umkämpften Stadt Falludscha eine 24-stündige Waffenstillruhe ausgerufen worden. Dies teilte die sunnitische Irakische Islam-Partei (IIP) heute in einer Erklärung mit, die im arabischen Fernsehsender al-Dschasira verlesen wurde. Die Waffenpause solle "Raum für weitere Verhandlungen geben", hieß es darin. Aus US-Militärkreisen in Bagdad verlautete, dass die Operationen um Falludscha "vorläufig ausgesetzt" worden seien. Wenig später wurde die Meldung revidiert: Die Marines hätten den Auftrag offensiv gegen Freischärler vorzugehen.
In der südlich von Bagdad gelegnen Pilgerstadt Kerbela wurden drei Iraker und eine iranische Pilgerin getötet. Ärzte in Kerbela berichteten, bei dem Gefecht in der vergangenen Nacht, an dem polnische und bulgarische Soldaten beteiligt gewesen seien, hätten 22 weitere Menschen zum Teil schwere Verletzungen erlitten. Der polnische Kommandeur, Generalmajor Mieczyslaw Bieniek appellierte an die Bevölkerung der Schiiten-Provinzen, sich von der "Mahdi-Armee" des radikalen Predigers Muktada al Sadr zu distanzieren.
"Die radikalen Gruppen, die zu Herrn Sadr gehören, versprechen viel, doch sie werden euch zurück in die Tage der Finsternis führen, in denen Unterdrückung euer Leben bestimmte", hieß es in der Botschaft des polnischen Militärs. "Wir sind gekommen, um zu helfen ... und nicht, um gegen die Schiiten zu kämpfen", sagte der Kommandeur.