Irak: Wiederaufbau wird immer teuerer - DER SPIEGEL
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Irak Wiederaufbau wird immer teuerer

Der diesjährige Krieg gegen den Irak kam die Amerikaner billiger als der von 1991. Der Wiederaufbau des Landes dagegen wird teurer als zunächst gedacht. Die schlechte Sicherheitslage, anhaltende Plünderungen und die hohe Arbeitslosigkeit treiben die Kosten in die Höhe.
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New York - Die Uno hat daher vor einer Konferenz zum Wiederaufbau des Irak um weitere knapp 260 Millionen Dollar als humanitäre Hilfe für das Land gebeten. Der Irak befinde sich nach wie vor in einer Notlage, sagte der Uno-Koordinator für humanitäre Hilfe, Ramiro Lopez da Silva. Zu der Konferenz werden heute in New York Vertreter von 50 potenziellen Geberländern zu einem informellen Treffen erwartet.

Auf der Uno-Konferenz soll über den weiteren Aufbau des vom Krieg zerstörten Landes debattiert und eine internationale Geberkonferenz noch in diesem Jahr vorbereitet werden. Da Silva sagte, es gebe noch viele Probleme. So sei der Anteil der akut Unterernährten an der Gesamtbevölkerung von vier Prozent vor Kriegsbeginn auf jetzt 7,7 Prozent gestiegen. Wichtig sei nun, den Dialog zwischen allen am Wiederaufbau beteiligten Parteien zu fördern. Er forderte den raschen Aufbau einer irakischen Übergangsregierung sowie die Instandsetzung der Stromversorgung und Ölproduktion.

Nato-Generalsekretär George Robertson hat unterdessen eine Beteiligung der Militärallianz an Einsätzen im Nachkriegs-Irak ins Gespräch gebracht. "Wenn die Nato die beste militärische Organisation in der Welt ist, können wir es uns leisten, sie nicht im Nachkriegs-Irak einzusetzen?", fragte Robertson am Dienstag bei einer Tagung in Berlin.

Robertson forderte zugleich die Europäische Union auf, ihre Militäreinsätze nicht auf den Balkan zu beschränken. Mit Blick auf den Mazedonien-Einsatz sagte er: "Wir dürfen uns nicht zurücklehnen. Wir müssen auf diesen Erfolg aufbauen." Dabei dürften aber Ressourcen, Streitkräfte und Hauptquartiere nicht dupliziert werden. Es handele sich um eine einzigartige Partnerschaft zwischen der Nato und der EU. Die Nato sei ein erfolgreiches Bündnis, das auch "die verletzenden Differenzen" in der Irak-Frage überstanden habe.

Dennoch hat der Disput über den Irak-Krieg die Nato und die transatlantische Allianz nach Robertsons Urteil beschädigt. Es gebe auch weiterhin unterschiedliche Auffassungen, sagte er bei einer Tagung des Verteidigungsministeriums und der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" in Berlin. Er würdigte Polens Engagement im Irak: "Wir können es uns nicht leisten, die Hilfe Polens nicht anzunehmen."

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