Irak Zweite US-Geisel enthauptet
Bagdad - In einem Bekennerschreiben, das auf einer Internetseite der islamistischen Gruppierung al-Tawhid wa al-Dschihad veröffentlicht wurde, hieß es, die amerikanische Geisel Jack Hensley sei nach Ablauf eines Ultimatums getötet worden. Eine offizielle Bestätigung für den Mord gibt es bislang nicht.
Etwas später wurde auf einer anderen Web-Site in einer erweiterten Erklärung mit der Ermordung der dritten Geisel gedroht, dem Briten Kenneth Bigley. Ein Ultimatum wurde aber nicht gestellt. Bigleys Sohn Craig und sein Bruder Philip forderten gestern den britischen Premierminister Tony Blair auf, die Forderungen der Entführer zu erfüllen. Blair telefonierte später mit der Familie Bigley. Das Außenministerium erklärte jedoch, Großbritannien werde sich den Kidnappern nicht beugen. Hingegen zeigte das irakische Justizministerium Beweglichkeit: Eine der zwei inhaftierten Frauen könnte freigelassen werden, hieß es heute Morgen in Bagdad laut der Nachrichtenagentur Reuters.
Die drei Ingenieure waren am Donnerstag vergangener Woche überfallen und aus ihrer Wohnung in Bagdad verschleppt worden. Ein Video mit der Enthauptung von Eugene Armstrong wurde am Montag veröffentlicht. Der zweite entführte US-Bürger war Jack Hensley. Zudem wurde noch der Brite Kenneth Bigley verschleppt.
Ein entführter Türke wurde gestern in der Nähe der nordirakischen Stadt Mossul tot aufgefunden. Das berichtete der staatliche türkische Fernsehsender TRT. Der Mann war als Lastwagenfahrer bei einer Firma beschäftigt, die für die US-Streitkräfte arbeitet. Unterdessen wurde ein anderer entführter Türke nach knapp sieben Wochen auf freien Fuß gesetzt, nachdem sich seine Firma aus dem Irak zurückgezogen hatte. Ein türkisches Bauunternehmen kündigte ebenfalls das Ende seiner Geschäfte im Irak an, um das Leben von zehn entführten Angestellten zu retten.
In der Nähe des Bagdader Flughafens wurden bei einem Anschlag vier US-Soldaten verletzt. Zwei Marineinfanteristen wurden bei Angriffen im Westen der Stadt getötet, wie das US-Militär gestern mitteilte.