Irakischer Wissenschaftler Vorwürfe gegen Inspektoren
Bagdad - Faleh Hassan el Basri sagte am Samstag in Bagdad, die Inspekteure hätten ihn und seine Familie psychisch unter Druck gesetzt. Eine US-Waffenexpertin habe zudem seiner kranken Frau angeboten, sie könne sich im Ausland behandeln lassen. Dies habe er aber abgelehnt. "Ich ziehe es vor in meinem Land als Bettler zu leben, als im Ausland als König", sagte er auf einer Pressekonferenz. Die Kontrolleure hatten am vergangenen Donnerstag sein Haus durchsucht und ihn selbst zu einer mehrstündigen Befragung mitgenommen.
Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass der Wissenschaftler von seiner Regierung auch unter Druck gesetzt wurde, solche Aussagen zu treffen. Berichterstatter haben hier die Wahrheitssuche nicht leicht.
Der stellvertretende irakische Ministerpräsident Tarik Asis hat unterdessen in Libyen eine Botschaft von Präsident Saddam Hussein an Staatschef Muammar el Gaddafi übergeben. Wie die staatliche libysche Nachrichtenagentur meldete, enthält diese Botschaft "eine Analyse der Situation im Irak". Nur wenige Stunden nach der Abreise von Tarik Asis traf überraschend der ägyptische Präsident Husni Mubarak in Libyen ein.
Die Kontrolleure der Vereinten Nationen durchsuchten am Samstag sechs Anlagen, darunter auch die Universität von Kufa, 180 Kilometer südlich von Bagdad. Etwa 200 irakische Journalisten hatten am Freitag zum zweiten Mal die Uno-Inspekteure vor ihrem Hauptquartier in Bagdad bestürmt, gegen die USA demonstriert und Bilder von Präsident Saddam Hussein hochgehalten.