Iran Ex-FBI-Agent spurlos verschwunden
Washington - Der Mann sei geschäftlich nach Iran gereist, teilte US-Außenamtssprecher Sean McCormack heute in Washington mit. Bei einem Besuch der Insel Kish vor der iranischen Küste habe sich seine Spur verloren. Der Kontakt zu seiner Familie und seinem Arbeitgeber sei vor mehreren Wochen abgebrochen. Wie aus Ministeriumskreisen weiter verlautete, wurde die US-Regierung bereits "um den 11. März herum" von dem Fall in Kenntnis gesetzt.
Die US-Regierung bat den Angaben zufolge inzwischen Iran, den Verbleib des Mannes zu klären. Dafür sei die Schweizer Botschaft eingeschaltet worden, die seit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen vor 27 Jahren die Interessen der USA in Iran vertritt. Von einer möglichen Entführung war in Washington nicht die Rede. McCormack betonte, dass seine Regierung keinen Zusammenhang zur Festnahme von 15 britischen Seeleuten durch Iran sehe.
Nähere Angaben zur Person wollte das US-Außenministerium aus Gründen der Privatsphäre nicht machen. Das FBI erklärte, der Vermisste habe mehr als zehn Jahre für die Bundespolizei gearbeitet. Er sei aber nicht im Auftrag der Behörde in Iran. Es gebe keinen Anhaltspunkt dafür, dass der Fall eine politische Dimension habe und über den einer normalen Vermisstenmeldung hinausgehe.
Eine Sprecherin des Weißen Hauses sagte, bei der Angelegenheit handele es sich keineswegs um einen Einzelfall. Jedes Jahr komme es "zwei oder drei Mal" vor, dass ein US-Bürger in Iran vermisst werde. Die Beziehungen zwischen der internationalen Gemeinschaft und Iran sind derzeit durch die Festnahme von 15 britischen Seeleuten sowie den Atomstreit stark belastet.
reh/ler/AFP/Reuters