Umstrittenes Nuklearprogramm Iranische Regisseure fordern Atom-Kompromiss
Regisseur Asghar Farhadi: "Kein Abkommen ist schlimmer als kein Abkommen"
Foto: AP/dpaTeheran - Ihre Filme haben Oscars und Goldene Löwen bekommen, sie sind die populärsten Regisseure Irans: Asghar Farhadi, Abbas Kiarostami und Rakhshan Bani Etemad. Nun mischen sich die Filmemacher in das drängendste außenpolitische Streitthema ihres Landes ein: Sie fordern einen Kompromiss mit der internationalen Gemeinschaft über das umstrittene Atomprogramm.
"Kein Abkommen ist schlimmer als kein Abkommen" lautet der Titel ihres Aufrufs im Internet. Insgesamt haben sechs iranische Regisseure die Online-Kampagne gestartet. Die Initiative kommt wenige Wochen vor Ablauf eines Ultimatums: Bis zum 24. November wollen der Iran auf der einen Seite und die Uno-Vetomächte plus Deutschland auf der anderen Seite ein dauerhaftes Atom-Abkommen schließen - oder die Verhandlungen beenden.
"Vor Ende des Jahres kann eine schwelende Krise, die uns alle betrifft, gelöst werden", schreiben die Regisseure in ihrem Aufruf . Sie hoffen auf eine Aufhebung der internationalen Strafmaßnahmen, sollte sich Teheran mit seinen Verhandlungspartnern einig werden. "Die Sanktionen haben den einfachen Iranern geschadet. Nicht dem Nuklearprogramm", erklären die Filmemacher.
Die meisten Künstler und Intellektuellen in Iran unterstützen den 2013 ins Amt gewählten Präsidenten Hassan Rohani. Er hat die Zensur teilweise gelockert und mehrere Filme zugelassen, die ein ungeschöntes Bild der Lage in der Islamischen Republik zeigen.
Er hatte im Wahlkampf angekündigt, einen konzilianteren Kurs im Umgang mit dem Westen einzuschlagen - und er hat zumindest in Teilen Wort gehalten. Anfang des Jahres verständigten sich Teheran und die Uno-Vetomächte auf ein Interimsabkommen in der Atomfrage.