Iran und USA sprechen über Atomprogramm - DER SPIEGEL
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Atomkonflikt Iran und USA wollen in kleiner Runde verhandeln

Premiere im Streit über Irans Atomprogramm: Erstmals will sich Teheran mit US-Vertretern in kleiner Runde zusammensetzen. Danach sind Gespräche mit Russland geplant.
Internationale Atomenergiebehörde IAEA in Wien: Verhandlungen im Juni
Internationale Atomenergiebehörde IAEA in Wien: Verhandlungen im Juni

Internationale Atomenergiebehörde IAEA in Wien: Verhandlungen im Juni

Foto: HEINZ-PETER BADER/ REUTERS
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Teheran - In die schwierigen Verhandlungen mit Iran über das Atomprogramm könnte Bewegung kommen. Die Regierung in Teheran hat in einem überraschenden Schritt erstmals bilaterale Gespräche mit den USA und Russland angekündigt. Die direkten Beratungen mit den USA sollen am Montag und Dienstag in Genf stattfinden, teilten das Außenministerium in Teheran und das US-Außenamt mit. Ihnen schließe sich unmittelbar ein Treffen am Mittwoch und Donnerstag mit russischen Diplomaten in Rom an.

Es ist das erste Mal, dass es bilaterale Treffen außerhalb des 5+1-Rahmens gibt. Bisher fanden die Atomverhandlungen mit den fünf Uno-Vetomächten USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China plus Deutschland statt. Laut dem iranischen Außenministerium dienen die bilateralen Gespräche mit den USA und Russland zur Vorbereitung der nächsten Atomgespräche. Diese finden vom 16. bis 20. Juni in Wien statt. Bei der vorherigen Runde im Mai waren keine Fortschritte erzielt worden.

Ein Vertreter des US-Außenministeriums erklärte, die US-Delegation werde bei den bilateralen Gesprächen von Vize-Außenminister William Burns und der Unterhändlerin bei den Atomgesprächen, Wendy Sherman, geleitet. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton, die die 5+1-Gespräche mit Teheran leitet, wird durch die politische Direktorin Helga Schmid vertreten sein, wie die EU mitteilte.

Laut der iranischen Nachrichtenagentur Irna hofft Teheran noch vor der nächsten Atom-Runde auf weitere bilaterale Treffen mit Mitgliedern der sogenannten 5+1-Gruppe.

Die Gespräche sollen zu einer endgültigen Beilegung des jahrelangen Atomstreits führen. Irans Präsident Hassan Rohani hatte Ende Mai eine Einigung innerhalb des Zeitplans bis Ende Juli in Aussicht gestellt.

Die Verhandlungen bauen auf einem Ende November geschlossenen Interimsabkommen auf, das zunächst bis zum 20. Juli läuft. Iran verpflichtete sich darin, im Gegenzug für die Lockerung einiger Sanktionen Teile der Forschung und Entwicklung seines Nuklearprogramms auf Eis zu legen.

mmq/AFP/dpa