Irans Atomprogramm "Israels größte Bedrohung seit Hitler"
Jerusalem/Teheran - Das neue israelische Verteidigungskonzept sieht den Gegner nicht mehr hinter den Landesgrenzen. Im kommenden Jahrzehnt müsse deswegen mehr in die Abwehr nicht-konventioneller Angriffe investiert werden, zitierte die israelische Zeitung "Maariv" heute aus dem Papier. Genannt werden etwa Iran und der Kampf gegen den Terrorismus. Das von dem scheidenden Verteidigungsminister Schaul Mofas gebilligte Konzept sei die erste grundsätzliche Neuorientierung seit mehr als 50 Jahren, heißt es in dem Bericht weiter.
Mofas selbst nannte das Atomprogramm des Erzfeindes Iran die größte Bedrohung für das jüdische Volk seit dem Holocaust. "Die Welt darf nicht warten. Sie muss auf diplomatischem Wege alles unternehmen, damit das iranische Atomprogramm angehalten wird", sagte er heute in Tel Aviv. Der Druck auf die Islamische Republik müsse erhöht werden, damit die Regierung in Teheran ihre Haltung ändere. "Seit Hitler haben wir nicht mehr einer solchen Bedrohung ins Auge gesehen", fügte der in Iran geborene Mofas hinzu.
Gegen Terrorismus, heißt es laut "Maariv" in dem Konzept weiter, werde es keinen Sieg im herkömmlichen Sinne geben. Israel müsse aber eine Situation schaffen, in der den Bürgern des Landes ein normales Leben möglich sei.
Das Konzept sieht die Anschaffung neuester Waffen- und Informationssysteme vor. Die bisherige Strategie, die Kämpfe schnellstmöglich auf das Gebiet der Feinde zu tragen, sei im Zeitalter weit reichender Waffen nicht mehr unter allen Umständen gültig. Als Autoren des Verteidigungskonzepts nennt die Zeitung ein Komitee aus 17 Experten.
ler/dpa/AP/Reuters