Irans Atomprogramm Scharfer Resolutionsentwurf gegen Teheran
Wien - Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde, Mohammed al-Baradei, hatte Iran in seinem vor zwei Wochen vorgelegten Bericht über die Untersuchung des jahrelang geheimen iranischen Atomprogramms vorgeworfen, nicht vollständig mit den Inspekteuren der IAEO zu kooperieren und so die Ermittlungen der Experten zu erschweren. Außerdem beklagte er mangelhafte und widersprüchliche Informationen über iranische Pläne zum Bau moderner Gaszentrifugen, mit denen Uran soweit angereichert werden kann, dass es zum Bau von Atombomben verwendet werden kann.
Dann musste die IAEA einräumen, dass ihr in der Kritik Irans ein Fehler unterlaufen war. Dem Land sei in einem Fall fälschlicherweise vorgeworfen worden, Informationen über den Erwerb von Magneten zurückgehalten zu haben, erklärte der IAEA-Chef in Wien. Dies ändere aber nichts daran, dass noch viele Antworten aus Teheran ausstünden.
Trotz scharfer Proteste aus Teheran einigten sich die Delegierten der IAEA auf einen kritischen Resolutionsentwurf zum iranischen Atomprogramm. Aus Diplomatenkreisen in Wien verlautete, die Resolution solle in Kürze eingebracht werden.
Der von Deutschland, Frankreich und Großbritannien vorgelegter Entwurf beklagt die unvollständige Zusammenarbeit der Regierung in Teheran mit der IAEA. Der Text ist nach Angaben von Delegierten in scharfem Ton abgefasst. Gleichwohl wird Iran aber nicht mit Sanktionen gedroht und auch keine Frist gesetzt. Iran hat erklärt, es werde eine Resolution mit einer schweren Ermahnung nicht akzeptieren.
Seine Behörde habe zwar keine Belege für ein Atomwaffenprogramm in Iran, sagte Baradei. "Aber wir sind auch weiterhin nicht in einer Position, sagen zu können, dass es um ausschließlich friedliche Zwecke geht." Zu der fehlerhaften Kritik an Iran erklärte Baradei, dabei habe es sich um den Kauf von 150 Magneten für P-2-Zentrifugen gehandelt. Ein iranischer Regierungsvertreter habe die IAEA darüber mündlich informiert, dies sei aber nicht entsprechend registriert worden. "Sie hätten uns schriftlich informieren sollen", sagte der Behördenchef.