Angst vor Ermordung Eltern der amerikanischen Geisel bitten IS um Gnade
Geisel Kassig (Archivaufnahme): Islamisten drohen mit Ermordung
Foto: AP/dpaIndianapolis - In einem emotionalen Aufruf bitten die Eltern einer amerikanischen IS-Geisel die Islamisten um Gnade. Das Video veröffentlichten sie bei YouTube, die Mutter trägt ein Kopftuch und hält ein Bild ihres Sohnes in der Hand. Ihr Sohn Peter Kassig war zuvor in dem Video zu sehen, in dem der IS am Freitag die brutale Ermordung des Briten Alan Henning zeigte.
"Wir flehen seine Kidnapper an, sich zu erbarmen und ihre Macht zu nutzen, um unseren Sohn gehen zu lassen", sagten die Eltern des Entwicklungshelfers Peter Kassig in dem am Samstag veröffentlichten Video.
Sie hätten die US-Regierung vergebens gebeten, ihr Vorgehen im Irak und in Syrien zu ändern. "Wie unser Sohn haben wir nicht mehr Kontrolle über die US-Regierung als Sie über die Morgendämmerung haben", richtete sich Kassigs Vater an den IS.
Der 26-jährige frühere US-Soldat Peter Kassig hatte in der Türkei eine Hilfsorganisation für die Opfer des syrischen Bürgerkriegs gegründet. Nach Angaben seiner Eltern entwickelte er mit der Zeit eine tiefe Bindung zu den Menschen in Syrien, so dass er schließlich "den Islam annahm". Vor einem Jahr, am 1. Oktober, sei er verschleppt worden. Laut den Eltern hatten sie mehrere Botschaften von ihrem Sohn erhalten.
Cameron will die Täter jagen und zur Rechenschaft ziehen
Der 47-jährige Taxifahrer Alan Henning aus Manchester war im Dezember im Norden Syriens entführt worden, als er Hilfsgüter für Flüchtlinge in das Bürgerkriegsland brachte. Am Freitag veröffentlichten die Extremisten ein Video seiner Enthauptung.
Der britische Premierminister David Cameron traf sich am Samstag mit Geheimdienstlern, Armeeoffizieren und Vertretern des Außenministeriums, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Der "brutale Mord" an Henning zeige, "wie grausam und abscheulich diese Terroristen sind": "Wir werden alles tun, um diese Mörder zu erwischen und sie zur Rechenschaft zu ziehen."
US-Präsident Barack Obama erklärte, die USA würden mit ihren Partnern "entschiedene Maßnahmen ergreifen, um den IS zu schwächen und endgültig zu zerstören". Die USA und ihre Partner griffen in der Nacht abermals IS-Stellungen aus der Luft an, um den Vormarsch der sunnitischen Kämpfer in der syrischen Stadt Kobane unweit der türkischen Grenze zu stoppen.
Die Zentralmoschee von Manchester pries den ermordeten Henning als "lokalen und nationalen Helden" und nannte den IS laut der britischen Zeitung "Independent" eine "Beleidigung für den islamischen Glauben". Der Mord markiere "den Anfang vom Ende" der Terrororganisation.