IS-Tunnel: Im Untergrund von Sindschar
IS-Labyrinth im Irak In den Terrortunneln von Sindschar
Zwei Monate sind vergangen, seitdem Milizionäre der kurdischen Peschmerga die Stadt Sindschar im Nordirak zurückeroberten. Doch noch immer sind die Bewohner nach der Rückkehr damit beschäftigt, das Erbe der Terroristen des "Islamischen Staats" (IS) zu beseitigen. Die Dschihadisten hatten Sindschar im August 2014 eingenommen und den Ort 15 Monate lang kontrolliert.
Nach der Eroberung hatten sich die IS-Kämpfer in der Stadt buchstäblich eingegraben. Sie errichteten ein weitverzweigtes Tunnelsystem, das sie vor den Luftangriffen der Anti-IS-Koalition und dem Artilleriebeschuss der Peschmerga schützen sollte. Außerdem dienten die Anlagen als Munitionslager. Durch die unterirdischen Gänge verlegten sie Stromkabel, die Wände verstärkten Sandsäcke.
Nun sind die IS-Terroristen vertrieben - und die Bewohner von Sindschar erforschen die Tunnel. Der Schweizer Fotograf Alex Kühni hat den jesidischen Scheich Nasir in den Untergrund von Sindschar begleitet. Dabei mussten sie äußerst vorsichtig vorgehen: Die Dschihadisten haben in den Gängen Sprengfallen versteckt, eine tödliche Gefahr.
Manche Tunnelabschnitte wirken wie ein Bunker, in Regalen liegen Koranausgaben, auf dem Boden haben die Terroristen Medikamente zurückgelassen. Die Aufnahmen aus den IS-Tunneln von Sindschar sehen Sie in unserer Bildergalerie.
Eine ausführliche Reportage aus Sindschar von Hasnain Kazim lesen Sie hier.