Uno-Sonderbeauftragter "Der IS wird sehr bald kein Territorium mehr in Libyen halten"
Libysche Kämpfer in Sirte
Foto: HANI AMARA/ REUTERSDie libyschen Truppen hätten "beeindruckende Fortschritte" im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gemacht. Das sagte Martin Kobler, der deutsche Uno-Sonderbeauftragte für Libyen, vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York. "Der IS wird sehr bald kein Territorium mehr in Libyen halten."
Besorgt zeigte sich Kobler allerdings angesichts der Kämpfe um mehrere Ölterminals an der libyschen Mittelmeerküste. Sie stellten einen "starken Dämpfer" für den Friedensprozess in dem Land dar. "Diese Entwicklung wird die Ölexporte weiter behindern, Libyen von seiner einzigen Einkommensquelle abschneiden und die Teilung des Landes verstärken", sagte Kobler (hier finden Sie die komplette Rede zum Nachlesen ). "Das muss aufhören."
Um die wichtigen Terminals kämpfen einerseits Sicherheitskräfte der Erdölanlagen (PFG), die mit der international faktisch anerkannten Einheitsregierung in Tripolis verbündet sind; auf der anderen Seite stehen die Einheiten der libyschen Gegenregierung. Diese sind mit dem einflussreichen General Chalifa Haftar von der Führung im ostlibyschen Tobruk verbandelt und verweigern der unter Uno-Vermittlung entstandenen Einheitsregierung des tief gespaltenen Bürgerkriegslands die Anerkennung.
In dem nordafrikanischen Staat gibt es seit dem Sturz und dem Tod des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Zuge des Nato-Einsatzes im Jahr 2011 ein Machtvakuum. Im Dezember 2015 wurde zwar unter Uno-Führung eine Regierung der Nationalen Einheit vermittelt, doch noch immer beherrschen verfeindete Milizen Teile des Staates. Der IS nutzte die unübersichtliche Lage, um sich auszubreiten, unter anderem in Sirte, Gaddafis Heimatstadt.