Israel Arbeitspartei droht Scharon
Tel Aviv - "Die Koalition mit Scharon steht, sagte der 65-jährige Chef der Arbeitspartei zwar in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL - aber "nur bis zu einem gewissen Punkt". Sobald er spüren sollte, dass Scharon den Durchbruch zum Frieden blockiert, werde er die große Koalition beenden, so Benjamin Ben-Elieser.
In deutlichem Unterschied zu seinem Premier sprach sich der Verteidigungsminister auch für neue Verhandlungen mit Palästinenser-Führer Arafat aus. "Ich rede mit jedem, der wirklich den Frieden will, sagte der Ben-Elieser. "Meine einzige Bedingung: Die Gewalt muss ein Ende haben. Zugleich verteidigte Ben-Elieser aber das drakonische Vorgehen der israelischen Armee in den besetzten Gebieten während der "Operation Schutzwall. "Wir wurden zu diesem Krieg gezwungen, so der Verteidigungsminister, "wir kämpfen mit dem Rücken zur Wand.
Mit Nachdruck verwahrte sich Ben-Elieser gegen Vor würfe, Israel habe gegenüber der Uno-Untersuchungskommission, die die Vorgänge im Palästinenser-Lager Dschenin untersuchen soll, etwas zu verheimlichen. "Wir haben die Uno nur gebeten, sich mit uns abzustimmen, so der Verteidigungsminister, "doch der Arbeitsauftrag erweckt den Eindruck, als sollten hier Kriegsverbrechen untersucht werden. Dessen ungeachtet setzt Ben-Elieser, der innerhalb der Arbeitspartei als "Falke gilt, weiter auf den Dialog und würdigte die Anstrengungen von Bundeskanzler Gerhard Schröder und Außenminister Joschka Fischer, "für den Israel ja geradezu eine zweite Heimat geworden ist. "Es gibt keine militärische Lösung des Konflikts, lautet die Überzeugung des ehemaligen Berufsoffiziers. "Im Prinzip machbar sei sowohl der jüngste Friedensplan des saudi-arabischen Kronprinzen Abdullah wie auch der Vorschlag des früheren US-Präsidenten Bill Clinton, der vorsah, einen Großteil der israelischen Siedlungen in den besetzten Gebieten zu räumen und Jerusalem zwischen Israelis und Palästinensern zu teilen.