Israel: Barak gibt auf - DER SPIEGEL
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Israel Barak gibt auf

Israels amtierender Ministerpräsident Ehud Barak wird nun doch nicht Minister einer großen Koalition. Zwei Wochen nach seiner schweren Wahlniederlage kündigte er jetzt seinen Rückzug aus der Politik an.
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Jerusalem - Wie israelische Medien am Dienstagabend berichteten, habe Barak seinem designierten Nachfolger Ariel Scharon in einem Schreiben mitgeteilt, dass er nicht wie vereinbart für das Amt des Verteidigungsministers in einer großen Koalition zwischen Likud und Arbeitspartei zur Verfügung stehe. Wie es hieß, wolle Barak auch den Vorsitz der Arbeitspartei und sein Parlamentsmandat abgeben.

In dem Schreiben an Scharon, das der Online-Ausgabe der Zeitung "Haaretz" vorlag, zeigte sich Barak tief enttäuscht von Scharon. Bei seiner Zusage, dass Amt des Verteidigungsministers zu übernehmen, habe er vorausgesetzt, dass Scharon ihn mit Respekt behandeln werde. "Ein kurzer Blick auf die Schlagzeilen der vergangenen Tage hat jedoch Ihre (Scharons) Bereitschaft zur Zusammenarbeit zum Vorschein gebracht. Ihr Wunsch, die Identität des künftigen Verteidigungsministers offen zu halten, hat des Vertrauen zwischen uns schwer verletzt und macht es mir unmöglich, das Amt anzutreten", zitiert "Haaretz" aus dem Brief.

Scharon hatte Barak durch öffentliche Äußerungen verärgert. Erst am Montag hatte er den scheidenden Premier als einen sehr guten Soldaten bezeichnet, der unter seiner Führung "sehr gut funktionieren" werde. Barak wies dies jedoch in einem Interview mit den Worten zurück: "Wir sind keine Befehlsvollstrecker der Rechten."

Nach der Wahlniederlage am 6. Februar hatte Barak zunächst erklärt, er wolle für eine Weile aus dem politischen Leben ausscheiden. Am vergangenen Donnerstag hatte er dann jedoch überraschend eine Kehrtwende vollzogen und mit Scharon die Bildung einer großen Koalition vereinbart. Diese Entscheidung hatte harte Kritik an Barak auch innerhalb der eigenen Reihen hervorgerufen.

Innerhalb der Arbeitspartei hatte sich am Dienstag der Druck auf Barak weiter erhöht. Mehrere Abgeordnete beschlossen, ihm die Unterstützung zu entziehen. Sie sprachen sich nach einem Treffen mit dem ebenfalls Barak-kritischen Knesset-Präsidenten Avraham Burg dagegen aus, dass Barak in einer möglichen großen Koalition mit der Likud-Partei Verteidigungsminister wird.

Scharon hatte der Arbeitspartei eine Frist von einer Woche gegeben, um einer großen Koalition mit seiner rechtsgerichteten Likud-Partei beizutreten. Ungeachtet des Machtkampfes in der sozialdemokratischen Arbeitspartei gab Scharon seinen Unterhändlern Anweisung, "alles zu tun", um die Partei für eine so genannte Regierung der nationalen Einheit zu gewinnen.

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