Israel: Hamas Führer verhaftet - DER SPIEGEL
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Israel Hamas Führer verhaftet

Zunächst verhafteten israelische Soldaten einen hochrangigen Führer der radikalislamistischen Hamas, dann wurden bei einem Hubschrauberangriff fünf Menschen getötet
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Ramallah/Jerusalem - Nach einer Razzia in mehreren Häusern im Zentrum von Ramallah wurden Hasan Jusef und weitere Personen mit verbundenen Augen abgeführt. Die Armee erklärte, Jusef habe seit langem auf Israels Fahndungsliste gestanden. Bei einem israelischen Raketenangriff auf einen palästinensischen Wagen wurden am Nachmittag Augenzeugen zufolge drei Männer im Auto sowie zwei Kinder in der Nähe getötet.

Bei einem der getöteten Fahrzeuginsassen soll es sich um ein militantes Mitglied der Al-Aksa-Brigaden handeln. Ein sechs Jahre altes Mädchen und ein zehnjähriger Junge seien ebenfalls getötet worden, sieben weitere Personen hätten bei dem Angriff Verletzungen davongetragen, verlautete aus Krankenhauskreisen.

Die palästinensische Autonomiebehörde verurteilte den Vorfall scharf. Hamas und die Al-Aksa-Brigaden haben sich zu zahlreichen Selbstmordanschlägen gegen Israel bekannt.

Die Hamas strebt die Zerstörung Israels an und hat bereits Dutzende von Selbstmordanschlägen verübt. Erst vor zwei Tagen schwor die Organisation Rache für den Tod von vier Mitgliedern einer palästinensischen Familie, die in der Nacht zum Donnerstag nahe der jüdischen Siedlung Nezarim im Gazastreifen von israelischen Panzergranaten getötet worden waren.

EU-Plan für Nahost

Die EU-Außenminister haben derweil einen Fahrplan der dänischen Ratspräsidentschaft zur Lösung des Nahost-Konflikts gebilligt. Die Vorstellungen, nach denen ein palästinensischer Staat bis 2005 gegründet werden soll, seien auf große Unterstützung gestoßen, verlautete am Samstag auf dem informellen Treffen der EU-Außenminister in Helsingör aus dänischen Regierungskreisen. Der dänische Außenminister Per Stig Möller will bereits am Montag in den Nahen Osten reisen, um das Konzept der EU zu präsentieren.

Stationen von Möllers Reise sind unter anderem Israel, die palästinensischen Gebiete, Ägypten und Saudi-Arabien.

Der Fahrplan der dänischen Regierung wurde in enger Abstimmung mit Deutschland, Frankreich und Großbritannien erstellt und soll zunächst auch mit den übrigen Mitgliedern des so genannten Quartetts USA, Russland und den Vereinten Nationen erörtert werden. Das Quartett trifft sich nach Angaben der dänischen Regierung Mitte September in New York.

Zeitschiene bis 2005

Der Plan umfasst drei wesentliche Punkte: Danach soll noch vor der Wahl in den palästinensischen Gebieten im Januar ein neues Sicherheitsabkommen zwischen Israel und den Palästinenser geschlossen werden. Darin soll ein Gewaltverzicht festgeschrieben sein. Nach der Wahl sollen vorübergehende Grenzen eines palästinensischen Staates festgelegt werden. Zudem sollen neue Verwaltungsstrukturen und eine Verfassung für einen palästinensischen Staat erarbeitet werden.

In einer dritten Phase von Mitte 2003 bis 2005 sollen die drei noch ausstehenden Punkte gelöst werden: der Status Jerusalems, die Rückkehr palästinensischer Flüchtlinge und die definitiven Grenzen eines palästinensischen Staates.