Israel: Scharon reagiert auf erste Tests - DER SPIEGEL
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Israel Scharon reagiert auf erste Tests

Israels Ministerpräsident Scharon hat mit leichten Bewegungen auf Schmerz-Tests reagiert. Die Mediziner hatten zuvor damit begonnen, ihren Patienten aus dem künstlichen Koma zu holen. Dieser Prozess könne allerdings Tage dauern, kündigten sie an.
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Jerusalem - Ariel Scharon hat heute erstmals seit seinem schweren Schlaganfall wieder Arm und Bein leicht bewegt. Dies sei als Reaktion auf einen Schmerztest geschehen, sagte der Chef der Jerusalemer Hadassah-Klinik, Schlomo Mor-Josef. Mit dem Absetzen der Betäubungsmittel seien die Reaktionen deutlicher geworden. Am Nachmittag sei auch Scharons Blutdruck wieder gestiegen, was ein positives Zeichen sei, teilten die Ärzte weiter mit. Scharons Zustand sei jedoch weiter kritisch. Die Mediziner hatten am Morgen begonnen, Scharon schrittweise aus dem künstlichen Koma aufzuwecken.

Zuvor hatte Mor-Josef mitgeteilt, der 77-Jährige atme wieder selbstständig. Die Beatmungsmaschine, an die er angeschlossen sei, unterstütze ihn noch. Die Verringerung der Narkose sei ein langsamer Prozess, der Stunden oder Tage dauern könne. Erst nach dem endgültigen Aufwachen Scharons sollen Tests klären, wie viel Schaden dessen Gehirn bei dem Schlaganfall am Mittwochabend und den darauf folgenden Hirnblutungen erlitten hat.

Ein israelischer Narkosearzt erklärte, das selbstständige Atmen Scharons sei zweifellos ein gutes Zeichen. "Dies beweist, dass das Stammhirn, das für die Atmung zuständig ist, noch funktioniert", erklärte Dani Gewa, Leiter der Anästhesie des israelischen Kaplan-Krankenhauses dem Armeesender.

Sobald absehbar ist, wie stark die Blutungen im Hirn Scharon beeinträchtigt haben, informieren die Ärzte Generalstaatsanwalt Meni Masus. Dieser entscheidet dann, ob der Regierungschef seine Amtsgeschäfte wieder aufnehmen kann. Sollte Masus Scharon eine dauernde Amtsunfähigkeit bescheinigen, muss das Kabinett innerhalb von 24 Stunden einen Übergangsministerpräsidenten bestimmen.

Ein neuer Ministerpräsident müsste nach Angaben des Justizministeriums aus dem Kreise von fünf Ministern aus Scharons Kadima-Partei gewählt werden, die zugleich über ein Abgeordnetenmandat verfügen. Favorit wäre Vizeregierungschef Ehud Olmert, der derzeit die Geschäfte führt. Er bliebe bis zur Parlamentswahl am 28. März im Amt.

Dass der Regierungschef in sein Amt zurückkehren könnte, schloss einer seiner Chirurgen erneut aus. Scharons Überlebenschancen seien hoch, aber sein Denkvermögen werde beeinträchtigt sein, erklärte Jose Cohen.

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