Israel: Ultra-Orthodoxe randalieren nach Demo-Absage - DER SPIEGEL
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Israel Ultra-Orthodoxe randalieren nach Demo-Absage

Der Streit um die Geschlechtertrennung hält Israel in Atem: Nachdem eine Kundgebung von Ultrafrommen abgesagt worden war, randalierten sie in der Stadt Beit Schemesch. Drei ultra-orthodoxe Israelis wurden festgenommen.
Streit zwischen Ultra-Orthodoxem und Frau: Erneut Ausschreitungen in Beit Schemesch
Streit zwischen Ultra-Orthodoxem und Frau: Erneut Ausschreitungen in Beit Schemesch

Streit zwischen Ultra-Orthodoxem und Frau: Erneut Ausschreitungen in Beit Schemesch

Foto: MENAHEM KAHANA/ AFP
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Tel Aviv/Hamburg - Hunderte ultra-orthodoxe Israelis haben am Abend in der Stadt Beit Schemesch randaliert, nachdem ihre geplante Kundgebung abgesagt wurde. Sie warfen mit Steinen um sich, zündeten Mülleimer an und hielten den Verkehr auf, hieß es nach Angaben von Augenzeugen. Drei Menschen wurden laut israelischen Medienberichten festgenommen.

Beit Schemesch war in den vergangenen Tagen in die Schlagzeilen geraten, nachdem das Fernsehen einen Bericht über ein Schulmädchen gezeigt hatte, das von einem ultraorthodoxen Mann bespuckt worden war. Das Mädchen soll nach Meinung religiöser Eiferer in der Stadt nicht sittsam gekleidet gewesen sein.

Der Vorfall stieß auch in gemäßigteren religiösen Kreisen auf scharfe Kritik. Am Dienstag hatten mehrere tausend Israelis nach einem Aufruf von Menschenrechtsgruppen in Beit Schemesch gegen die Benachteiligung von Frauen im öffentlichen Leben demonstriert.

Hintergrund des Konflikts ist der eskalierende Streit über die von ultra-orthodoxen Juden geforderte Geschlechtertrennung in der Öffentlichkeit. Frauen werden unter anderem auf Schildern aufgefordert, vor den Synagogen auf die andere Straßenseite zu wechseln, in Bussen und Straßenbahnen hinten zu sitzen, sich im Supermarkt in getrennte Schlangen an der Kasse zu stellen sowie bei Wahlen verschiedene Wahlurnen zu benutzen.

luk/dpa