Israelischer Rückzug aus Gaza Scharon präsentiert neuen Plan
Jerusalem - In diesem ersten Schritt sei nur die Räumung von drei isolierten Siedlungen vorgesehen, sagte Kabinettsminister Usi Landau heute in Jerusalem. Erst nach und nach sollen dann die restlichen 18 Siedlungen im Gaza-Streifen und vier kleine Siedlungen im Westjordanland aufgegeben werden. Damit steigen die Chancen, dass Scharon bei der Kabinettssitzung am Sonntag eine Mehrheit für den Teilrückzug findet. Denn die meisten Minister lehnen einen kompletten israelischen Rückzug aus dem Gaza-Streifen ebenso ab wie die Mitglieder der Regierungspartei Likud. Diese hatten Scharons ersten Räumungsplan bei einer Urabstimmung Anfang Mai mit großer Mehrheit zurückgewiesen.
Für eine Annahme des neuen Plans im Kabinett gilt vor allem die Unterstützung des Finanzministers Benjamin Netanjahu, Scharons größtem innerparteilichen Rivalen, als entscheidend. Netanjahu sagte, er wolle nur die erste Stufe des Rückzugs unterstützen. Denn die restlichen Phasen seien zusammen genommen nichts anderes als der alte Plan.
Medienberichten zufolge will Scharon mit dem Rückzug wie ursprünglich geplant Ende kommenden Jahres beginnen. An die Räumung der Siedlungen soll sich dann auch eine "militärische Umgruppierung" im Gaza-Streifen anschließen. Ob Scharon, der maßgeblich auf amerikanischen Druck hin handelt, mit seinem Vorhaben Erfolg hat, ist jedoch äußerst ungewiss. Deshalb mehren sich nun Spekulationen über die politische Zukunft des Regierungschefs. Eine der Koalitionsparteien, Schinui, kündigte an, ihre Regierungsbeteiligung zu überdenken.