Anschlag auf Nachtklub in Istanbul Attentäter soll Uigure sein
Fahndungsfoto der türkischen Polizei
Foto: Dha/ dpaDer Angriff auf einen Klub in Istanbul mit Dutzenden Toten wurde nach Angaben des türkischen Vize-Ministerpräsidenten Veysi Kaynak vermutlich von einem Uiguren verübt. Das sagte der Politiker dem Sender A Haber.
Zunächst hatten türkische Medien berichtet, der Attentäter stamme aus der zentralasiatischen Republik Kirgisien. Die Identität des Terroristen sei von Sicherheitskräften festgestellt worden, sagte Kaynak. Zur Staatsangehörigkeit wollte der Politiker nichts sagen. Auch der Aufenthaltsort des Flüchtigen sei eingegrenzt worden. Die Fahnder suchten derzeit "irgendwo in Silivri". Der Ort liegt westlich von Istanbul. Kaynak schloss allerdings auch nicht aus, dass dem Täter die Flucht ins Ausland gelungen sein könnte.
Die Türkei setzt sich seit Langem für die Uiguren ein. Die muslimische Minderheit in der Unruheregion Xinjiang in Nordwestchina ist ein Turkvolk und sieht sich von den Chinesen unterdrückt. China wirft der Türkei vor, geflüchteten Uiguren türkische Reisepässe auszustellen.
Uiguren in China häufig des Terrorismus beschuldigt
2009 nannte der damalige türkische Ministerpräsident und heutige Staatschef Recep Tayyip Erdogan das Vorgehen in Xinjiang gegen Uiguren "eine Art Genozid", was China empört zurückwies. Die chinesischen Behörden machen uigurische Gruppen für Terrorattentate in der nordwestlichen Unruheregion verantwortlich und erheben Separatismusvorwürfe gegen sie.
Bei dem Angriff auf den Klub Reina in der Silvesternacht waren 39 Menschen von einem Einzeltäter mit einem Sturmgewehr erschossen worden. Nach seiner Flucht mit einem Taxi soll der Fahrer den Todesschützen vor einem Restaurant im Stadtteil Zeytinburnu abgesetzt haben. Es wird von Uiguren aus Xinjiang betrieben. Am Tag nach dem Anschlag hatte die Terrormiliz "Islamischer Staat" die Tat für sich reklamiert.