Anschlag am Atatürk Airport Attentäter von Istanbul drang in Abflughalle ein
Der Flughafen am Tag nach dem Anschlag
Foto: Gokhan Tan/ Getty ImagesEiner der drei Attentäter von Istanbul nutzte offenbar das Chaos, das die erste Bombe am Flughafen auslöste, um in die Abflughalle des internationalen Terminals zu gelangen. Das berichten die Nachrichtenagenturen dpa und AP unter Berufung auf türkische Regierungsvertreter, die anonym bleiben wollten.
Demnach seien die drei Attentäter mit einem Taxi zum Flughafen gefahren und auf der Höhe der Ankunftshalle ausgestiegen. Der erste Attentäter habe dann das Feuer eröffnet und sich an der Sicherheitskontrolle im Eingangsbereich in die Luft gesprengt und damit Chaos ausgelöst.
So habe der zweite Attentäter ins Gebäude gelangen können und dann seinen Sprengsatz in der Abflughalle im ersten Stock gezündet, heißt es vonseiten der Regierungsvertreter.
Ein dritter Attentäter habe die ersten beiden Attacken vor dem Flughafen abgewartet und sich anschließend draußen vor dem Gebäude in die Luft gesprengt. Mutmaßlich habe er damit fliehende Menschen treffen wollen.
Bei dem Anschlag am Dienstagabend kamen mindestens 41 Menschen ums Leben, darunter mindestens 13 Ausländer. Fast 250 Menschen wurden verletzt, unter ihnen war nach Angaben des Auswärtigen Amts auch eine Deutsche. Gesundheitsminister Recep Akdag sagte am Mittwochnachmittag, 128 Verletzte seien weiterhin in Krankenhäusern, 41 davon auf der Intensivstation.
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Zunächst war versichert worden, keiner der drei Attentäter habe die Sicherheitsschleusen zum internationalen Terminal passiert. Doch schon vor dem anonymen Bericht der Regierungsvertreter deuteten Augenzeugenberichte und Videos in sozialen Netzwerken darauf hin, dass mindestens einer in den Innenbereich gelangte.
Die türkische Regierung sah dennoch keine Versäumnisse bei der Sicherheit. "Weder im Abflug- noch im Ankunftsbereich am Flughafen kann von einer Sicherheitslücke die Rede sein", hatte Ministerpräsident Binali Yildirim am Mittwoch gesagt.
Die türkische Polizei fahndet nach den Hintermännern des Anschlags. Zunächst übernahm keine Gruppierung die Verantwortung. Regierungschef Yildirim nannte die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) als möglichen Urheber des Anschlags. Es war bereits der vierte schwere Anschlag in Istanbul seit Jahresbeginn.