Istanbuls Polizeichef wird nach Razzien entlassen - DER SPIEGEL
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Korruptionsvorwürfe Istanbuls Polizeichef wird nach Razzien entlassen

Nach der Festnahme von Ministersöhnen in der Türkei hat nun auch der Chef der Istanbuler Polizei seinen Posten verloren. 30 hochrangige Polizisten hatte Erdogan bereits wegen Amtsmissbrauch versetzen lassen. Der türkische Premier sprach von einer Schmutzkampagne gegen seine Regierung.
Premier Erdogan: Spricht von einer Schmutzkampagne gegen seine Regierung
Premier Erdogan: Spricht von einer Schmutzkampagne gegen seine Regierung

Premier Erdogan: Spricht von einer Schmutzkampagne gegen seine Regierung

Foto: AP/dpa
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Istanbul - Der Istanbuler Polizeichef ist wegen "Überschreitung seiner Befugnisse" seines Postens enthoben worden, eine direkte Folge auf die Festnahmen wegen Korruptionsvorwürfen in der Türkei. Das berichtete der Nachrichtensender CNN-Türk am Donnerstag. Auch Hüseyin Capkin selbst bestätigte türkischen Medien seine Abberufung als Polizeichef der größten türkischen Stadt.

Gleichzeitig nimmt der Druck auf die Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan zu. Der Grund: Untersuchungen über Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit öffentlichen Ausschreibungen.

Bei den Razzien in der Türkei waren am Dienstag Dutzende Menschen festgenommen worden. Zu den Verhafteten zählen drei Ministersöhne, darunter der Sohn von Innenminister Muammer Güler. Den Verdächtigen werden unter anderem Bestechung, Betrug und Geldwäsche vorgeworfen. Am Donnerstag befanden sich noch immer etwa 40 von ihnen in Polizeigewahrsam.

Erdogan sprach am Mittwochabend von einer "Schmutzkampagne" gegen seine islamisch-konservative Regierung und versetzte fünf hochrangige Polizisten. Hintergrund der Razzien und der entsprechenden Reaktionen Erdogans sind Spannungen zwischen dessen islamisch-konservativen Regierung und der Bewegung des islamistischen Predigers Fetullah Gülen. In der Justiz und im Polizeiapparat gilt die Gülen-Bewegung als besonders einflussreich.

vek/dpa/AFP