Italien: Bioethik-Referendum vor dem Scheitern - DER SPIEGEL
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Italien Bioethik-Referendum vor dem Scheitern

Die katholische Kirche steht in Italien vor einem Erfolg: Massiv hatte sie sich mit Unterstützung des Papstes gegen eine Liberalisierung äußerst strenger Gesetze zur Embryonenforschung und künstlichen Befruchtung gewendet. Die Wahlbeteiligung ist bislang äußerst mau.
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Rom - Gestern und heute stimmen die Italiener ab. Doch am ersten Tag der Volksabstimmung gaben nur 18,7 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie das Innenministerium mitteilte. Für ein gültiges Votum ist eine Beteiligung von mindestens 50 Prozent erforderlich. Unterstützt von Papst Benedikt XVI. hat die katholische Kirche zu einem Boykott der Abstimmung aufgerufen, mit der die Italiener über eine Lockerung des erst im vergangenen Jahr verabschiedeten Gesetzes zur Embryonenforschung und künstlichen Befruchtung entscheiden. Die Kirche hat dies als eine Bedrohung für die Familie und das Leben verurteilt.

Italiens Rechtslage in dieser Frage gilt als eine der restriktivsten in Europa. Auch innerhalb der Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist das Gesetz umstritten. Gleichberechtigungsministerin Stefania Prestigiacomo forderte eine Änderung, um italienischen Frauen dabei zu helfen, Kinder zu haben. In seiner jetzigen Form stelle es einen Angriff auf die Rechte der Frauen dar. Seit das Gesetz in Kraft getreten ist, hat sich in Italien die Zahl der unfruchtbaren Paare, die im Ausland nach Hilfe suchen, verdreifacht. Italien hat eine der niedrigsten Geburtenraten in Europa.