Italien Verfassungsreform gescheitert
Rom - Es ist denkbar knapp: Umfragen an den Wahlurnen ergaben, dass 52 Prozent der Wähler bei der Volksabstimmung gegen die Reform gestimmt haben, 48 Prozent dafür. Das berichtete der private Sender Sky TG 24 heute Nachmittag.
Das Projekt, das vor den Parlamentswahlen mit den Stimmen des rechten Lagers verabschiedet worden war, sah eine größere Autonomie der Regionen in den Bereichen Gesundheit, Erziehung und Polizei sowie eine Stärkung der Lokalregierungen vor. Zudem ging es um die Frage, ob dem Ministerpräsidenten mehr Kompetenzen gegeben werden sollten. Die neue Mitte-links-Regierung unter Romano Prodi hatte die Italiener zur Ablehnung des Gesetzespakets aufgerufen.
Rund 50 Millionen Wahlberechtigte waren zum zweitägigen Urnengang aufgerufen gewesen. Die Wahllokale schlossen heute um 15.00 Uhr MESZ. Die Wahlbeteiligung hatte bis zum Sonntagabend bei 35 Prozent gelegen, das war höher als bei vorangegangenen Referenden. Die Volksabstimmung war nötig geworden, nachden Berlusconis konservative Regierung es nicht geschafft hatte, für die Verfassungsänderungen die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament zu bekommen.
Die Auszählung begann unmittelbar nach Schließung der Wahllokale. Das Innenministerium appellierte an die Wahlbeamten, sich bei ihrer Arbeit nicht vom WM-Achtelfinalspiel Italiens gegen Australien ablenken zu lassen. Jede Beeinträchtigung "infolge des sicherlich verständlichen Bestrebens der Auszähler, das Spiel zu verfolgen und die Nationalmannschaft zu unterstützen, muss vermieden werden", hieß es in der Erklärung.
ler/AFP/AP