Jagd nach Saddam Irakischer General stirbt beim Verhör
Rom/Washington/Bagdad - Abid Hamid Mowhusch habe plötzlich über Unwohlsein geklagt und sei zusammengebrochen. Wiederbelebungsversuche seien erfolglos geblieben. Es wurde nicht mitgeteilt, in welchem Zusammenhang Mowhusch vernommen wurde.
Die US-Truppen haben in den vergangenen Monaten zahlreiche hochrangige Vertreter des alten irakischen Regimes verhört, um Informationen über den Aufenthaltsort des gestürzten Tyrannen Saddam Hussein zu erhalten. Erst vor wenigen Tagen hatte US-Präsident Bush noch einmal klar gemacht, dass die Suche nach Saddam für die USA höchste Priorität habe. Die amerikanischen Streitkräfte würden sich erst dann aus dem Irak zurückziehen werden, wenn sie Saddam gefunden haben, hatte Bush in einem Interview gesagt.
Das italienische Außenministerium bestätigte den Angriff auf die Botschaft in Bagdad. Der Vorfall habe sich eine halbe Stunde vor Mitternacht ereignet. Das Gebäude wurde mit einer Rakete oder einem Mörser beschossen. "Wir können ausschließen, dass jemand verletzt wurde", erklärte ein Sprecher in Rom.
Zum Zeitpunkt des Angriffs befanden sich laut RAI mehrere Personen in dem Gebäude. Das Geschoss sei im zweiten Stock eingeschlagen. Der italienische Botschafter habe sich nicht in dem Gebäude aufgehalten. Der Vorfall ereignete sich zwei Wochen nach dem Anschlag in der südirakischen Stadt Nassirijah, bei dem 19 Italiener und 14 weitere Personen getötet worden waren.
Das Pentagon entsendet drei zusätzliche Bataillone der Marineinfanteristen in den Irak. Die rund 3000 Soldaten sollten eine fehlende dritte multinationale Division ersetzen, berichtete der US-Fernsehsenders CNN. Zwei solcher Divisionen werden bereits von Großbritannien und Polen geführt. Zudem würden fast 8000 Reservisten der Armee, Marine, Luftwaffe und Nationalgarde von ihrer bevorstehenden Einberufung zu einem Einsatz im Irak benachrichtigt werden, kündigte das Pentagon an.
Obwohl gestern keine exakten Zahlen über die angestrebte Gesamttruppenstärke genannt wurden, schätzen die Beobachter die Zahl der US-Soldaten nach Abschluss des Austausches auf etwa 110.000. Zunächst sollten sich im Mai nur noch 105.000 Soldaten in Irak befinden. Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bewilligte außerdem die Mobilisierung von rund 14.500 Reservisten der Armee, Marine und Luftwaffe für den Austausch der Truppen.
Im Zuge der Neuordnung ihrer Militärpräsenz im Ausland wollen die USA offenbar auch rund 20 Prozent ihrer Soldaten aus Deutschland abziehen. Laut "Süddeutsche Zeitung" bleibt die Bundesrepublik damit wichtigster US-Truppenstandort im Ausland. Die Reduzierung sei weit geringer, als nach dem Irak-Krieg vermutet, schreibt die Zeitung. US-Präsident George W. Bush hatte angekündigt, die Beratungen mit den Verbündeten über künftige Stationierungen zu verstärken.