Jagdunfall Cheneys TV-Beichte
Washington - Man könne über alle anderen Bedingungen sprechen, die zu dieser Zeit geherrscht hätten, doch "unterm Strich" habe er die Schuld zu tragen. "Es war nicht Harrys Fehler", erklärte Dick Cheney gegenüber dem Sender "Fox News". Cheney äußerte sich damit zum ersten Mal seit dem Vorfall vom vergangenen Samstag öffentlich. "Ich bin der Mann, der den Abzug drückte und auf Harry feuerte." Niemand anders könne verantwortlich gemacht werden.
Cheney hatte den Anwalt Harry Whittington, 78, am Samstag während einer Wachteljagd auf einer texanischen Ranch mit Schrotkugeln an Hals, Gesicht und in der Brust getroffen. Whittington ist ein finanzieller Förderer von Cheney und Präsident George W. Bush.
"Das Bild, als er zu Boden fiel, werde ich niemals wieder aus meinem Kopf bekommen", beteuerte Cheney. "In dem Moment war das einer der schlimmsten Tage meines Lebens." Glücklicherweise sei immer ein medizinisches Team in seiner Nähe. Dieses habe sich dann sofort um Whittington kümmern können. "Ich rannte zu ihm hin. Ich sagte, 'Harry, ich hatte keine Ahnung, dass du hier warst'. Er antwortete nicht."
Whittington hat sich inzwischen offenbar von seinem leichten Herzanfall erholt. Ihm gehe es "sehr gut", er sitze bereits wieder aufrecht und sein Herzschlag sei normal, sagte ein Sprecher des Krankenhauses im texanischen Corpus Christi, wo sich der Anwalt seit dem Unfall befindet. Er hatte nach dem Unfall eine leichte Herzattacke erlitten, weil einige Schrotkugeln das Herz trafen.
Cheney war zuvor wegen seiner Informationspolitik scharf kritisiert worden. Selbst republikanische Parteifreunde warfen dem Vertreter von George W. Bush vor, den Vorfall fast einen vollen Tag der Öffentlichkeit verschwiegen zu haben. Die Informationen dazu wurden schließlich zudem nicht vom Präsidialamt oder Cheneys persönlichen Mitarbeitern veröffentlicht, sondern von der Besitzerin der Ranch in Texas, auf der die Jagd veranstaltet worden war. Sie erzählte einer lokalen Zeitung von dem Vorfall.
phw/AP/Reuters