Japan: Ex-Premier Obuchi ist tot - DER SPIEGEL
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Japan Ex-Premier Obuchi ist tot

Vor sechs Wochen erlitt der damalige japanische Ministerpräsident Keizo Obuchi einen schweren Schlaganfall. Er fiel ins Koma und wachte nicht mehr auf. Jetzt starb der 62-Jährige.
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Tokio - Obuchi führte zwei Jahre lang die Geschicke der asiatischen Wirtschaftsmacht, bis er nach seiner plötzlichen Krankheit von Yoshiro Mori abgelöst wurde.

Der Zustand des früheren Regierungschefs hatte sich nach Medienberichten seit Samstag zunehmend verschlechtert. Der Blutdruck sei auf einen kritischen Wert gefallen, hieß es zuletzt. Viele Politiker verschoben geplante Reisen, weil sie mit Obuchis Tod rechnen mussten. Am frühen Sonntagmorgen starb Obuchi nach Angaben eines Regierungssprechers an den Folgen seines Schlaganfalls, den er am ersten Wochenende im April erlitt.

Schon mit 26 Jahren zog Obuchi in das Parlament ein und stieg danach in die Parteispitze der Liberaldemokratischen Partei (LDP) auf. 1993 wurde er LDP-Generalsekretär, 1997 Außenminister und 1998 Ministerpräsident. Kritiker trauten ihm damals keine weitreichenden Entscheidungen zu. In fast zwei Jahren als Regierungschef setzte Obuchi aber umfassende öffentliche Ausgabeprogramme und Gesetze durch, um das Land aus der Wirtschaftskrise zu führen. Mit seiner nachfrageorientierten Politik nahm er aber auch ein hohes Haushaltsdefizit in Kauf.

Nach Obuchis Schlaganfall, von dem die japanische Öffentlichkeit erst mit fast 24-stündiger Verspätung informiert wurde, übernahm LDP-Generalsekretär Mori die Amtsgeschäfte und wurde kurz darauf zum neuen Ministerpräsidenten gewählt. Obuchi hinterlässt seine Frau Chizuko, zwei Töchter und einen Sohn.