Japan: Gestärkte Opposition - DER SPIEGEL
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Japan Gestärkte Opposition

Japans Ministerpräsident Junichiro Koizumi muss künftig mit einer deutlich gestärkten Opposition leben. Seine Liberaldemokratische Partei verlor bei der Parlamentswahl am Sonntag ihre bisherige absolute Mehrheit.
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Tokio - Vorläufigen Auszählungsergebnissen zufolge kommt die Regierungskoalition im 480 Abgeordnete zählenden Unterhaus auf 277 Sitze, das sind zehn weniger als vor der Wahl. Gewinner der Wahl ist die überraschend starke oppositionelle Demokratische Partei (DPJ), die auf 177 Mandate kam, das sind 40 Sitze mehr als vorher.

Politische Kommentatoren sehen Japan schon auf dem Weg zu einem Zwei-Parteien-System. Es wäre "nicht überraschend, wenn die Liberaldemokratische und die Demokratische Partei die Plätze tauschen würden", hieß es am Montag in der Zeitung "Asahi". Gewinne konnten die Demokraten vor allem in den Städten bei Wechsel- und bei jüngeren Wählern verbuchen.

Koizumis LDP regiert in Japan seit 50 Jahren praktisch ununterbrochen. Koizumi gab der Partei ein neues Image und präsentierte die Liberaldemokraten als Reformer. Angesichts der anhaltenden Wirtschaftskrise und nach einer Serie parteiinterner Skandale genießt Koizumi allerdings bei weitem nicht mehr so viel Unterstützung wie zu Beginn seiner Regierungszeit.

Die LDP, die Neue Komeito und die Neue Konservative Partei hatten sich schon vor der Wahl auf eine Fortsetzung ihrer Zusammenarbeit verständigt und stellten sich am Sonntagabend geschlossen hinter Koizumi. Starke Verluste mussten die Kommunisten und Sozialisten hinnehmen.