Präsidentschaft Jeb Bush stellt Weichen für Kandidatur
Politiker Jeb Bush: In seiner Partei gilt er als Softie
Foto: Saul Loeb / AFPWashington - Jeb Bush, 61, leitet laut Medien gezielte Schritte ein, um sich für das Präsidentenamt zu bewerben. Der Bruder des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush habe alle Vorstandsposten niedergelegt und seine Beraterverträge gekündigt, berichtete die "Washington Post" unter Berufung auf Bushs Mitarbeiter. Der Republikaner überlege zudem, sich aus seiner Consultingfirma Jeb Bush & Associates zurückzuziehen.
Bislang hat Jeb Bush seine Kandidatur für die Wahl 2016 noch nicht offiziell erklärt. Der frühere Gouverneur von Florida hat gute Chancen, tatsächlich der republikanische Kandidat für das Rennen ums Weiße Haus zu werden, auch weil er wohl deutlich mehr Spenden mobilisieren könnte als andere. Allerdings war er in seiner Partei zuletzt oft mit seiner nach rechts gerückten Partei kollidiert, hat sich etwa für eine Einwanderungsreform eingesetzt.
Jeb Bush ist mit einer Mexikanerin verheiratet, steht in gutem Ansehen bei der Latino-Bevölkerung, ohne deren Unterstützung ein Sieg bei den Präsidentschaftswahlen kaum mehr möglich erscheint. Bei den Republikanern aber sieht das ganz anders aus, da dominieren in vielen Vorwahlstaaten die Rechtskonservativen. Bush gilt ihnen einerseits als Softie, andererseits als zu nah an der Wall Street. Der Radikalliberale Rand Paul sowie der Tea-Party-Favorit Ted Cruz könnten ihm als Gegenkandidaten das Leben schwer machen.
Sollte Jeb Bush Spitzenkandidat der Republikaner werden, käme es möglicherweise zu einem Duell zweier Polit-Dynastien. Denn auf Seiten der Demokraten denkt die Ex-Außenministerin und einstige First LadyHillary Clinton über eine Bewerbung nach. Clinton hat bislang aber ebenfalls nur Andeutungen gemacht