Weitere Luftschläge Feuerpause im Jemen erneut gebrochen
Huthi-Rebellen in Sanaa (Archivbild): Waffen ruhen nicht
Foto: AP/dpaErst hatte das von Saudi-Arabien geführte Militärbündnis in der Nacht zum Montag eine Feuerpause verkündet, nur wenige Stunden später hat es die Luftangriffe auf den Jemen wieder aufgenommen. "In Sanaa gab es auf jeden Fall Luftschläge", sagte Tariq Riedl, Programmleiter der Hilfsorganisation Oxfam für den Hilfseinsatz im Jemen. Die Bombardements im Umkreis der Stadt seien deutlich zu hören gewesen.
Dabei attackierte die Koalition offenbar versehentlich Stellungen der verbündeten regierungstreuen Truppen. Zwölf Menschen seien dabei getötet und mindestens 30 weitere verletzt worden, zitiert die Nachrichtenagentur AFP jemenitische Militärkreise. Die Angriffe ereigneten sich demnach in der südlichen Provinz Lahdsch, in der die regierungstreuen Truppen verstärkt gegen die schiitischen Huthi-Rebellen vorgehen. Augenzeugen und regierungstreue Milizen bestätigten die Luftangriffe.
Erst um Mitternacht war eine humanitäre Feuerpause in Kraft getreten - es blieb jedoch einseitig. Die Huthis wollten sie aber nicht einhalten: Der Rebellenvertreter Mohammed Ali al-Huthi hatte zuvor erklärt, dass die Uno die Huthis nicht zu dem Thema kontaktiert habe. Sie hätten daher weder Ja noch Nein sagen können.
Zwar blieben Luftangriffe der Koalition am Montag aus, Kämpfe gab es aber in der Stadt Taes und rund um die südliche Hafenstadt Aden. Da das Militärbündnis sich das Recht vorbehalten hatte, auf militärische Aktivitäten oder Bewegungen der Rebellen und ihrer Verbündeten zu reagieren, folgten anschließend wieder Luftschläge.
Bereits zwei Versuche gescheitert
Mit der fünftägigen Waffenruhe sollten dringend benötigte Hilfslieferungen ermöglicht werden. Unter Uno-Vermittlung waren bereits im Mai und im Juli humanitäre Feuerpausen ausgerufen worden - beide scheiterten. Nur wenige Hilfsgüter gelangten bislang in das verarmte arabische Land, in dem nach Uno-Angaben 80 Prozent der Bevölkerung auf Hilfe angewiesen sind.
Auch die Bundesregierung zeigte sich besorgt über die sich seit Wochen verschlechternde Lage der Bevölkerung. "Die letzten Wochen haben uns dramatisch vor Augen geführt, dass dieser Konflikt militärisch nicht zu lösen sein wird", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts.
Die Huthi-Rebellen hatten bereits im Januar mit Unterstützung von Truppen des früheren Präsidenten Ali Abdallah Saleh die Hauptstadt Sanaa unter ihre Kontrolle gebracht. Vor vorrückenden Huthi-Milizen floh Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi nach Saudi-Arabien und rief das Königreich um Hilfe an. Zusammen mit arabischen Verbündeten startete Riad daraufhin Luftangriffe, um Hadi zurück an die Macht zu bringen.