Jemen: USA und Großbritannien schließen ihre Botschaften - DER SPIEGEL
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Sicherheitslage in Sanaa Großbritannien schließt Botschaft im Jemen

Die Sicherheitslage im Jemen ist angespannt. Nach der US-Regierung hat auch Großbritannien die Botschaft in der Hauptstadt Sanaa geschlossen. Beide Staaten fordern ihre Bürger auf, das Land zu verlassen.
Huthi-Patrouille in Sanaa: Angespannte Sicherheitslage
Huthi-Patrouille in Sanaa: Angespannte Sicherheitslage

Huthi-Patrouille in Sanaa: Angespannte Sicherheitslage

Foto: Khaled Abdullah/ REUTERS
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London/ Washington - Im Jemen hatte die schiitische Huthi-Miliz Ende Januar den Präsidentenpalast eingenommen und ihre Kontrolle über das Land ausgeweitet. Die USA und Großbritannien stufen die Lage in dem Land als unübersichtlich ein. Deswegen haben beide Regierungen ihre Botschaften in der Hauptstadt Sanaa geschlossen.

"Die Sicherheitssituation hat sich in den vergangenen Tagen weiter verschlechtert", heißt es in einer Erklärung der britischen Regierung. Die Mitarbeiter der Botschaft seien einem erhöhten Risiko ausgesetzt gewesen und hätten deswegen bereits das Land verlassen.

Auch der US-Konsularbetrieb werde bis auf weiteres vollständig eingestellt, teilte Außenamtssprecherin Jen Psaki in Washington mit. Eine Option für eine Rückkehr nach Sanaa werde geprüft, sobald sich die Lage stabilisiert habe. Die US-Regierung forderte zudem alle US-Bürger auf, das Land zu verlassen.

Am Freitag hatte die Huthi-Miliz die Auflösung des Parlaments und die Bildung eines sogenannten Präsidentschaftsrates verkündet, der für eine Übergangszeit von zwei Jahren eine Regierung bilden soll. Staatschef Abd Rabbo Mansur Hadi war zuvor ebenso wie die gesamte jemenitische Regierung zurückgetreten. Ein sogenannter Nationalrat soll nun das Parlament ersetzen.

Seit Montag verhandeln die Konfliktparteien, die Uno vermittelt: Huthi-Anführer Abdelmalek al-Huthi warnte in einer Fernsehansprache davor, das Land weiter zu destabilisieren. Über die Botschaftsschließungen sagte er, die Sorgen der Diplomaten seien "unbegründet". Die Sicherheitslage in Sanaa sei "stabil".

Neben den schiitischen Aufständischen sind im Jemen seit Jahren Kämpfer des Terrornetzwerks al-Qaida aktiv.

In den vergangenen Jahren hatten die USA ihre Botschaft in Sanaa mehrfach kurzzeitig geschlossen. Dieses Mal richtet sich Washington offenbar auf eine längere Schließung ein. Die Türkei oder Algerien sollen derweil die Interessen der USA im Jemen wahrnehmen. Dies deutet darauf hin, dass auch europäische Staaten schon bald ihre Vertretungen in dem Land schließen könnten. Mehrere Botschaften sollen ihre einheimischen Mitarbeiter bereits in einen bezahlten zweimonatigen Urlaub geschickt haben.

vek/AFP/dpa