Hungersnot im Bürgerkriegsland Getreidevorräte im Jemen von Käfern befallen
Kind im Jemen 2018
Foto: AHMAD AL-BASHA/ AFPBei einer ersten Inspektion der seit fünf Monaten blockierten Getreidesilos im Bürgerkriegsland Jemen haben humanitäre Helfer einen Befall mit Rüsselkäfern festgestellt. Wie viel von den 51.000 Tonnen Weizen betroffen ist, konnte ein Sprecher des Uno-Welternährungsprogramms (WFP) in Genf noch nicht sagen.
Die Silos befinden sich in einer Kampfzone nahe der Hafenstadt Hudaida am Roten Meer. Vertreter von Rebellen und Regierung hatten sich im Dezember nach mehreren Tagen bei Verhandlungen in Schweden auf eine Feuerpause geeinigt - und Zugang zu den Silos der Getreidemühle Red Sea Mills versprochen. Das Getreide würde reichen, um 3,7 Millionen Menschen für einen Monat zu versorgen.
Getreide soll desinfiziert werden
Die Uno-Inspekteure haben nun Proben des Weizens zur Analyse in ein Labor geschickt. Sie seien zuversichtlich, dass das Getreide desinfiziert und weiter verwendet werden könne, sagte der WFP-Sprecher. Der Generator der Mühle sei in gutem Zustand gewesen. Damit bestehe die Aussicht, das Getreide direkt vor Ort zu mahlen, sobald die Sicherheit der Angestellten gewährleistet sei.
Die Uno bezeichnet den Bürgerkrieg im Jemen als schlimmste humanitäre Krise weltweit. Mehr als 10.000 Menschen wurden getötet, unter ihnen Tausende Zivilisten. Nichtregierungsorganisationen sprechen von einer weit höheren Zahl von Todesopfern.
Inspekteure des Uno-Welternährungsprogramms vor Ort
Foto: EPA-EFE/ REXGeneralsekretär António Guterres verlangt von den Konfliktparteien, die begonnenen Friedensbemühungen fortzusetzen. "Fast zehn Millionen Menschen stehen kurz vor einer Hungersnot", sagte er diese Woche. Fast 2,3 Milliarden Euro sammelte die Uno auf einer Geberkonferenz für das Bürgerkriegsland.
Das Problem mit den Rüsselkäfern sei erwartet worden, sagte der WFP-Sprecher. Die Kontrolleure hatten die Silos am Dienstag jedoch erstmals seit September 2018 wieder in Augenschein nehmen können.
Rüsselkäfer
Foto: Alexander Riedel/ dpaIm bitterarmen Jemen auf der Arabischen Halbinsel tobt seit mehr als vier Jahren ein Krieg, in dem Saudi-Arabien und von anderen arabischen Staaten unterstützte Truppen von Präsident Abd Rabbuh Mansur Hadi einen Stellvertreterkrieg mit schiitischen Huthi-Rebellen ausfechten, hinter denen Iran steht. 80 Prozent der Bevölkerung sind auf Hilfe angewiesen.