Jerusalem Provokation auf dem Tempelberg
Jerusalem - Jechiel Chasan, der selbst in der jüdischen Siedlung Ariel im Westjordanland lebt, erschien mit einem Tross politischer Anhänger vor dem Gelände.
Am Donnerstag gedachten Juden in aller Welt ihrer beiden Tempel. Die Heiligtümer standen auf dem Hochplateau und sind im Jahr 586 vor unserer Zeitrechnung und im Jahr 70 zerstört worden.
Die islamische Verwaltung der Moscheen (Waqf) auf dem Tempelberg rief alle Palästinenser und Moslems in Israel auf, ihr Heiligtum gegen "jüdische Extremisten" zu schützen.
Schwere Unruhen auf dem Tempelberg hatten am 29. September 2000 den blutigen Palästinenseraufstand eingeleitet, bei dem bis heute 2400 Palästinenser und 800 Israelis starben. Sie waren durch den heutigen Ministerpräsidenten Ariel Scharon ausgelöst worden, der am Tag zuvor als damaliger Oppositionsführer den Tempelberg zusammen mit einem großen Polizeiaufgebot besucht hatte.
Nach den Zusammenstößen untersagte die Polizei allen Nicht-Moslems das Betreten des Geländes, auf dem mit der Al-Aksa Moschee und dem Felsendom zwei der bedeutendsten Moscheen des Islam stehen. Der israelische Polizeichef Schlomo Aharonischki bot mehr als 1000 Polizisten auf, um Zwischenfälle in der Altstadt und Provokationen durch rechte Israelis zu verhindern.
Bereits am Mittwoch hatte ein israelisches Gericht der rechtsgerichteten Gruppe "Die Getreuen des Tempelbergs2 die symbolische Grundsteinlegung für den Bau eines dritten jüdischen Tempels in der Nähe des Geländes untersagt.
Erst vor wenigen Wochen hatte die israelische Polizei wieder mit Führungen kleiner Gruppen auf dem Gelände begonnen. Erst als auch religiöse Juden auftauchten und dort beteten, wurden die Besuche auf Forderung der palästinensischen Führung wieder gestoppt.
Powell fordert von Konfliktparteien mehr Bemühen
Unterdessen hat US-Außenminister Colin Powell die Palästinenser und Israel aufgefordert, sich verstärkt um die Umsetzung des Nahost-Friedensplanes zu bemühen. Es genüge nicht, dass es derzeit deutlich weniger terroristische Anschläge gebe.
Die palästinensische Führung müsse dafür sorgen, dass die Infrastruktur der terroristischen Organisationen aufgelöst werde, betonte Powell. Von der israelischen Seite erwarte die US-Regierung, dass der Bau neuer Siedlungen beendet und die Frage der Sicherheitssperranlagen neu überdacht werde.