Kabul Deutsche Patrouille beschossen
Kabul - Die Patrouille hatte eine Gruppe von Afghanen in der Umgebung des Feldlagers Camp Warehouse bei der Vorbereitung einer provisorischen Raketenstellung überrascht. Die Männer hätten das Feuer eröffnet und seien dann entkommen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin.
Das deutsche Feldlager Camp Warehouse am Rande der afghanischen Hauptstadt ist schon mehrfach mit Raketen beschossen worden. So etwa am 10. Februar 2003 als sich Verteidigungsminister Peter Struck und sein holländischer Kollege Henk Kamp zur Übernahme des Kommandos über die Afghanistan-Schutztruppe Isaf durch das Deutsch-Niederländische Korps im Lager aufhielten. Einen Monat später beschädigte eine Rakete ein Gebäude im Isaf-Hauptquartier.
Am Morgen waren trotz starker Sicherheitsvorkehrungen nur wenige Kilometer vom Tagungsort der Großen Ratsversammlung (Loja Dschirga) drei Raketen eingeschlagen. Die Delegierten setzten dessen ungeachtet ihre Beratungen über eine Verfassung fort. Die rund 500 Teilnehmer der Versammlung tagen seit Sonntag in einem Zelt auf dem Kabuler Universitätsgelände. Die Delegierten erklärten, der Anschlag bestärke sie nur in ihrer Entschlossenheit auf dem Weg zur Demokratie. "Ich habe keine Angst", sagte Abdul Dschabar Naimi. "Jeder ist entschlossen weiterzumachen und die Verfassung zu verabschieden."
Verletzt wurde bei dem Anschlag am Morgen niemand. Nach Angaben der Polizei durchschlug ein Geschoss das Dach eines Hauses in einem Wohnviertel nördlich der Hauptstadt. Eine zweite Rakete ging in einem Feld nieder und explodierte, die dritte Rakete detonierte nicht.
Isaf-Soldaten sicherten an dem getroffenen Haus die Spuren. Sie sperrten außerdem die Umgebung ab. Das Ziel des Angriffs war nicht bekannt. Die US-Streitkräfte hatten vor möglichen Anschlägen auf die Loja Dschirga gewarnt.
An ihrem dritten Versammlungstag teilten sich die 502 Delegierten der Loja Dschirga in zehn Arbeitsgruppen auf, um über eine neue Verfassung zu beraten. Sie soll am Ende der Versammlung von den Abgesandten aus dem ganzen Land verabschiedet werden. Nach fast 25 Jahren Krieg und Bürgerkrieg wäre das ein Meilenstein im Friedensprozess des Landes. Die Dauer der Ratsversammlung ist offen.