Kampf gegen Gaddafi: Uno gibt Milliarden-Summe für Rebellen frei - DER SPIEGEL
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Kampf gegen Gaddafi Uno gibt Milliarden-Summe für Rebellen frei

Die libyschen Rebellen erhalten weiteres Geld aus dem eingefrorenen Gaddafi-Vermögen, die Uno hat beschlossen 1,5 Milliarden Dollar frei zu geben. Damit soll eine humanitäre Krise in Libyen verhindert werden. Der Übergangsrat verspricht, keine Rache an Gaddafi-Anhängern zu üben.
Jubel in Tripolis: Die Rebellen erhalten Gaddafis Geld
Jubel in Tripolis: Die Rebellen erhalten Gaddafis Geld

Jubel in Tripolis: Die Rebellen erhalten Gaddafis Geld

Foto: Daniel Berehulak/ Getty Images
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New York/Tripolis - Die Vereinten Nationen haben eine Milliardensumme aus dem in den Vereinigten Staaten eingefrorenen Vermögen des Gaddafi-Regimes für Libyen freigegeben. Die Entscheidung fiel auf Druck der USA. Die 1,5 Milliarden Dollar sollen für humanitäre Zwecke verwendet werden. Sie sollen aber auch die finanzielle Position der Rebellenführung stärken und Libyens Wiederaufbau nach monatelangen schweren Kämpfen unterstützen, hieß es nach der Entscheidung in New York.

Zunächst hatte sich Südafrika gegen die Freigabe gestemmt. Das Land hat den libyschen Nationalen Übergangsrat bisher nicht anerkannt. In nächster Zeit wird noch mehr Geld aus dem Gaddafi-Vermögen an die Rebellen fließen: Italien bereitet die Freigabe von 505 Millionen Dollar vor.

Die politische Vertretung der libyschen Aufständischen hat ihren Hauptsitz inzwischen von Bengasi nach Tripolis verlegt. Acht Ratsmitglieder sind bereits dort eingetroffen, darunter die Verantwortlichen für Gesundheit, Kommunikation, Inneres, Justiz und Verteidigung. Ratspräsident Mustafa Abd al-Dschalil zufolge sollten am Freitag sechs weitere Mitglieder eintreffen; Dschalil will folgen, wenn die Sicherheitslage es zulasse. Die libyschen Rebellen hatten ihren Übergangsrat kurz nach dem Beginn der Revolte am 27. Februar in der östlichen Stadt Bengasi gegründet.

Übergangsrat will keine Rache nehmen

Als eine der ersten Amtshandlungen von Tripolis aus versprach die neue Führung allen Soldaten und Freiwilligen, die bis jetzt noch für Muammar al-Gaddafi kämpfen, dass ihnen keine Racheakte drohen. "Wir rufen euch heute zum letzten Mal auf, eure Waffen niederzulegen, und wir versprechen euch, dass wir keine Rache üben werden. Zwischen uns und euch steht das Gesetz", sagte der stellvertretende Vorsitzende des "Kabinetts" der Revolutionsbewegung, Ali al-Tarhuni, am Donnerstagabend in Tripolis.

US-Außenministerin Hillary Clinton hatte zuvor von kritischen Tagen und Wochen für Libyen gesprochen und vor Racheakten gewarnt. "In einem neuen Libyen kann es keinen Platz für Rache und Vergeltung geben." Die Zukunft des Landes werde nur dann friedlich sein, wenn die politischen Führer und die Bevölkerung sich untereinander im "Geiste des Friedens" begegneten.

Der Übergangsrat kündigte an, die neue libysche Führung werde mindestens bis zu den ersten freien Wahlen alle Verträge mit ausländischen Firmen und Staaten einhalten. Während die Minister in einem Hotel in Tripolis tagten, meldete sich der untergetauchte Despot Gaddafi mit einer Audiobotschaft, in der er seine Anhänger zum Kampf "gegen die Ratten" aufrief.

Amnesty International berichtete inzwischen über Gräueltaten auf Seiten der Rebellen und Gaddafi-Anhänger. Auch Journalisten beschrieben mögliche Kriegsverbrechen auf beiden Seiten. Ein Reporter der britischen BBC berichtete, in ein Krankenhaus im Bezirk Mitiga seien die Leichen von 17 Rebellen eingeliefert worden, die offenbar von Gaddafi-Truppen gefoltert und erschossen worden seien. Ein weiterer Korrespondent der BBC sah im Zentrum der Hauptstadt zwei Leichen von Gaddafi-Kämpfern, deren Hände auf dem Rücken zusammengebunden waren. Auch über Plünderungen wird berichtet.

ler/dapd/dpa/AFP