Kaukasus "Quelle des Terrorismus"
Das fruchtbare Küsten- und Tourismusgebiet gehörte zu Zeiten der Sowjetunion als autonome Republik zu Georgien. 1990 erklärte sich Abchasien für souverän und verteidigte in einem Krieg von 1992 bis 1994 gegen Georgien seine Unabhängigkeit. Jetzt sieht die georgische Zentralgewalt, gestärkt durch militärische Kooperation mit den USA, Chancen für eine Revanche. Niemand werde "sich mit Separatismus lange abfinden", droht Georgiens Verteidigungsminister David Tewsadse. Georgiens Armee mit derzeit rund 11.000 Mann stehen etwa 5000 abchasische Kämpfer samt bescheidener Artillerie, Flotte und Luftwaffe gegenüber.
Das Parlament in Tiflis bat in einem Beschluss Ende März vorbeugend um Verständnis für Maßnahmen gegen Abchasien als "Quelle des Terrorismus und Extremismus". Georgiens Außenministerium stuft die abtrünnige Republik gar als "mögliche Zufluchtsstätte für Terroristen" ein. Die abchasische Regierung hingegen wirft Tiflis "Staatsterrorimus" vor und macht georgische Geheimdienste für Bombenanschläge verantwortlich, bei denen am Mittwoch ein Mensch getötet und 15 weitere verletzt wurden. Moskauer Politiker fürchten, Russland könnte bei einem georgisch-abchasischen Waffengang zwischen die Fronten geraten.