Kenia Odinga und Kibaki schwören Koalitionseid
Nairobi - Sie kämpften erbittert um die Macht, nun wollen sie das Land gemeinsam führen: Der vorherige Oppositionsführer Raila Odinga und Präsident Mwai Kibaki besiegelten am Mittag ihre Koalition für Kenia.
Odinga schwor zuerst den Amtseid als künftiger Regierungschef. Bei der Zeremonie im Garten des Präsidentenpalastes in Nairobi waren neben dem früheren Staatschef Daniel Arap Moi auch Vertreter benachbarter Staaten und der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan anwesend. Annan hatte nach langem Ringen die Machtteilung zwischen Odingas Oppositionspartei ODM und der bisherigen Regierung von Präsident Mwai Kibaki vermittelt.
Kenia hat damit eine neue Regierung. Ein 42-köpfiges Kabinett ersetzt den 17-köpfigen Kader, den Kibaki nach den Wahlen zusammengestellt hatte. Insgesamt sollen der neuen Regierung 93 Minister und Staatsekretäre angehören.
Kibaki hatte am vergangenen Sonntag die Ernennung Odingas zum Ministerpräsidenten bekanntgegeben und damit endgültig den Streit mit der Opposition beigelegt. Nach der Präsidentenwahl Ende Dezember hatten sowohl Kibaki als auch Odinga den Sieg für sich beansprucht.
Kibaki und Odinga wollen nach eigenen Angaben durch die Machtteilung dauerhaft die Gewalt zwischen verschiedenen Volksgruppen in dem ostafrikanischen Land eindämmen, die nach der umstrittenen Wahl aufgeflammt war. Rund 1500 Menschen waren seitdem in Kenia getötet worden, 300.000 ergriffen die Flucht. Tausende leben noch in Flüchtlingslagern.
ssu/AFP/AP/dpa