Kenia: Somalischer Islamistenführer stellt sich - DER SPIEGEL
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Kenia Somalischer Islamistenführer stellt sich

Drei Wochen nach der Vertreibung der Islamisten aus ihren Hochburgen in Somalia hat sich deren Vize-Chef Sheikh Ahmed den Behörden im Nachbarland Kenia gestellt. Bei Kämpfen in Mogadischu starben erneut Zivilisten.
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Nairobi - Einer der führenden somalischen Islamisten hat sich den Behörden in Kenia gestellt. Nach kenianischen Polizeiangaben ergab sich Sheikh Sharif Sheikh Ahmed mit drei Gefolgsleuten gestern an einem somalisch-kenianischen Grenzposten und ist seither in der Obhut der Polizei. Ahmed war der Vorsitzende der Union der Islamischen Gerichte und gilt als einer der gemäßigten Islamisten. Diplomaten hoffen, dass er eine wichtige Rolle beim Dialog zwischen den zerstrittenen Gruppen in dem ostafrikanischen Land spielen könnte.

Die USA hatten zuvor an die somalische Übergangsregierung appelliert, den Dialog mit gemäßigten Islamisten aufzunehmen und die Regierung auf eine breitere Grundlage zu stellen. Ahmed soll vor einigen Tagen die Grenze im Nordosten Kenia überquert und um Asyl gebeten haben. Der militante Anführer der Islamischen Gerichte, Sheikh Hassan Aweys, soll sich nach Saudi-Arabien abgesetzt haben.

Die kenianischen Behörden haben unterdessen etwa 40 mutmaßliche Anhänger der Islamisten nach Mogadischu abgeschoben. Sie seien mit Augenbinden und Handfesseln von Sicherheitskräften der somalischen Übergangsregierung am Flughafen der somalischen Metropole in Empfang genommen worden, berichteten Augenzeugen. Auf der kenianischen Insel Lamu wurden zudem 13 mutmaßliche Anhänger der Islamisten mit ausländischen Pässen festgenommen, die sich aus Somalia abgesetzt hatten. Unter ihnen sollen ein Amerikaner, zwei Briten und mehrere Araber sein. Die US-Botschaft in Nairobi wollte sich dazu nicht äußern.

Die Union der Islamischen Gerichte hatte mit ihren Milizen vor dem Eingreifen äthiopischer Truppen weite Teile Somalis beherrscht. Auch nach der Vertreibung der Islamisten ist die Lage in Somalia instabil. Heute starben in der Hauptstadt Mogadischu wieder mindestens vier Zivilisten, als Regierungstruppen und äthiopische Soldaten nach Waffen suchten.

Seit dem Sturz des Machthabers Siad Barre 1991 hatte Somalia keine funktionierende Zentralregierung mehr; vor allem Warlords hatten das Sagen in dem Land am Horn von Afrika.

phw/AFP/dpa