Koalitionsverhandlungen In Israel zeichnet sich neue Regierung ab
Jerusalem - Die Entscheidung des Zentralkomitees der Arbeitspartei sei mit großer Mehrheit gefallen, verlautete aus politischen Kreisen. Das Zentralkomitee trifft traditionell die politisch wichtigen Entscheidungen der Partei. Scharon hatte die Arbeitspartei von Schimon Peres zum Beitritt in seine Koalition aufgefordert.
Peres hatte als Bedingung für den Eintritt unter anderem eine Beschleunigung des Rückzugs aus dem Gaza-Streifen und direkte Gespräche mit den Palästinensern verlangt. Diese fürchten, die Israelis würden aus dem kleinen und wirtschaftlich unbedeutenden Gaza nur deshalb abziehen, um ein Auge auf größere Teile des Westjordanlandes zu werfen.
Peres war zuletzt 2001 bis 2003 an einer von Scharon geführten Koalitionsregierung beteiligt. Das Bündnis war allerdings am Streit um die Finanzierung jüdischer Siedlungen in den seit 1967 besetzten Gebieten zerbrochen.
Scharon verfügt derzeit nur noch über 59 der 120 Stimmen in der Knesset. Die Sozialdemokraten haben 19 Sitze im Parlament und stellen die zweitgrößte Fraktion nach Scharons Likud mit 38 Abgeordneten. Scharon hat auch damit begonnen, bei ultra-religiösen Parteien um einen Beitritt zur Regierung zu werben und damit den rechten Likud-Flügel zu beruhigen, der gegen den Gaza-Abzug und ein Bündnis mit der Arbeitspartei ist.