Kolumbien Rebellen entführen zwölf Parlamentarier
Bogotá - Sie waren wie Soldaten verkleidet und wendeten einen hinterhältigen Trick an: Mitglieder der "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" (Farc) drangen in das Gebäude im Zentrum der Stadt ein und warnten lautstark vor einer angeblichen Bombendrohung.
In großer Eile hätten die Männer schließlich ihre zunächst 17 Opfer aus dem Gebäude geführt und einen Sprengsatz gezündet, berichteten lokale Medien. Bei einer Schießerei sei ein Polizist getötet worden. Während der Flucht mit einem Bus ließen die Rebellen später fünf Geiseln frei.
Unter den Entführten befand sich auch der Präsident des Parlaments der Provinz Valle del Cauca, Juan Carlos Narvaez. Die Entführer erlaubten ihm ein Telefonat mit seiner Frau. Er habe mitgeteilt, dass er sich mit seinen Kollegen in der Hand der Kampfgruppe 30 der marxistischen Farc befinde, sagte die Politikerin. Die Farc halten bereits fünf Mitglieder des Nationalparlaments in ihrer Gewalt.
Narvaez habe das Militär aufgerufen, das Leben der Geiseln zu schonen und die Verfolgung der Entführer einzustellen. Das Militär lehnte es jedoch ab, seinen Einsatz abzubrechen.
Kolumbiens Präsident Andrés Pastrana reagierte umgehend auf den Vorfall und sagte eine Reise nach Costa Rica im letzten Augenblick ab. Er hatte die Friedensbemühungen mit der größten Rebellengruppe des Landes im Februar für gescheitert erklärt.