Kongo: Angola will Truppen entsenden - DER SPIEGEL
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Kongo Angola will Truppen entsenden

Die Lage im Kongo spitzt sich zu - nun will auch Nachbar Angola Truppen in das Bürgerkriegsland schicken. Uno-Generalsekretär Ban fordert dringend eine Aufstockung der Friedenstruppen für die afrikanische Krisenregion.
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Hamburg/Goma/Luanda - Angola hat die Entsendung von Truppen in den Kongo angekündigt, wo Kämpfe zwischen Regierungssoldaten und Rebellen seit August mindestens 250.000 Menschen in die Flucht getrieben haben. Wie viele Soldaten stationiert werden sollen und wie ihr Einsatz aussehen wird, sagte der stellvertretende Außenminister Georges Chicoty am Mittwoch nicht.

Die Rebellen des abtrünnigen Generals Laurent Nkunda haben angekündigt, alle afrikanischen Truppen zu bekämpfen, die die kongolesischen Streitkräfte unterstützen. Die Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft (SADC) hatte auf einem Gipfeltreffen am Sonntag über die Entsendung von Soldaten zur Unterstützung der Regierungstruppen im Kongo beraten.

Unterdessen hat Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon am Dienstag einen sofortigen Waffenstillstand sowie die Aufstockung der internationalen Friedenstruppen gefordert. Rund 3000 weitere Soldaten seien nötig, erklärte Ban in New York. Er sei "sehr besorgt" über Berichte von gezielten Übergriffen gegen Zivilpersonen im Ostkongo, sagte der Uno-Generalsekretär weiter.

Die Übergriffe von kongolesischen Regierungssoldaten ereigneten sich nach Angaben der Uno-Friedenstruppen im Kongo (Monuc) nördlich von Goma, der Hauptstadt der Provinz Nord-Kivu. In mehreren Dörfern seien Frauen vergewaltigt und Häuser gebrandschatzt worden, sagte Monuc-Sprecher Jean-Paul Dietrich. Ban erklärte, nur bei einem sofortigen Waffenstillstand könnten Hilfsorganisationen die mindestens 100.000 Flüchtlinge nördlich von Goma unterstützen. Wegen der anhaltenden Kämpfe hätten diese Menschen bislang so gut wie keine Hilfe erhalten, und ihre Lage sei "zunehmend verzweifelt" geworden.

Die Hilfsorganisation Human Rights Watch hatte den Uno-Sicherheitsrat am Dienstag ebenfalls aufgefordert, die bislang 17.000 Mann starke Uno-Truppe um weitere 3000 Soldaten und Polizisten aufzustocken.

Der Einsatz im Kongo ist schon jetzt die weltweit größte der Vereinten Nationen. Die Soldaten haben es aber bislang trotzdem nicht geschafft, Kämpfe wie die jetzt wieder im Osten des Landes aufgeflammten zu verhindern.

flo/AP