Kongo Kabila in Mausoleum beigesetzt
Nairobi - Die Leiche Kabilas wurde in einem Mausoleum im Palast der Nation beigesetzt. Der Sarg war seit Sonntag im Palast des Volkes aufgebahrt gewesen. Kabila war am vergangenen Dienstag von einem seiner Leibwächter aus bislang ungeklärten Motiven erschossen worden.
Nach Meldungen des britischen Radiosenders BBC herrschte den ganzen Tag über höchste Alarmbereitschaft in der Hauptstadt des drittgrößten afrikanischen Staates. Soldaten der angolanischen und simbabwischen Armee, die neben Namibia das Kabila-Regime im Kampf gegen die Kongo-Rebellen unterstützen, waren in der ganzen Stadt in Stellung gegangen. Augenzeugen berichteten von zahlreichen Panzern vor strategisch wichtigen Gebäuden. Bis zum späten Nachmittag wurden keine Unruhen gemeldet, aber westliche Journalisten berichteten von ausländerfeindlichen Reaktionen gegenüber Weißen.
Zur Trauerfeier waren nur wenige ausländische Staatschefs gekommen: Die Präsidenten des benachbarten Kongo-Brazzaville und der verbündeten Staaten Simbabwe, Angola und Namibia sowie der belgische Außenminister Louis Michel waren nach Kinshasa geflogen. Dagegen blieb der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki fern.
Noch am Dienstagabend soll Kabilas Sohn, Generalmajor Joseph Kabila, 31, als sein Nachfolger vereidigt werden. Seine erste öffentliche Ansprache wird mit Spannung erwartet. Bereits im Vorfeld hatten Opposition, Studentenschaft sowie die Rebellen, die rund die Hälfte des Konflikt-Landes beherrschen, dem Präsidentensohn ihre Anerkennung verweigert.
In den Rebellengebieten untersagten die Guerillas der Bevölkerung jedwede Trauerzeremonie und warnten vor der Beachtung der 30-tägigen Staatstrauer. Die Rebellen hatten am Vortag von einer Hinrichtungswelle der Interimsregierung gesprochen. Zahlreiche Regierungssoldaten und Zivilisten, die angeblich in das Mordkomplott verwickelt gewesen sein sollen, seien exekutiert worden.