Kongo: Kabilas Schicksal weiter unklar - DER SPIEGEL
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Kongo Kabilas Schicksal weiter unklar

Der kongolesische Präsident Laurent Kabila ist nach Angaben aus Simbabwe tot. Die Regierung in Kinshasa hielt hingegen an ihrem Dementi fest.
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Kinshasa/Harare/Nairobi - Die staatliche Medien des engsten Verbündeten Kabilas im Kongo-Krieg bestätigten Informationen westlicher Regierungen, nach denen Kabila seinen am Dienstag bei einem Attentatsversuch erlittenen Schussverletzungen erlegen ist. Noch vor der Landung der Maschine, die ihn zur Behandlung nach Harare bringen sollte, sei er an Bord gestorben. Die Beisetzung solle in Kongo erfolgen.

Der kongolesische Kommunikationsminister Dominique Sakombi sagte am Mittwoch dagegen: "Der Präsident lebt und soll in Simbabwe ärztlich behandelt werden." Bis zu dessen Rückkehr führe Kabilas Sohn Joseph die Amtsgeschäfte seines Vaters fort.

Simbabwes staatliche Nachrichtenagentur Ziana meldete in Harare, Kabila sei am Morgen in einer Maschine, die ihn zur Behandlung in die simbabwische Hauptstadt bringen sollte, den Schüssen erlegen, die auf ihn abgefeuert worden waren. "Kabila ist ermordet worden", sagte ein Mitglied der Regierung von Simbabwes Präsident Robert Mugabe.

Nach belgischen, britischen und französischen Regierungsinformationen wurde Kabila nach einem Wortgefecht mit Generälen von einem seiner Leibwächter erschossen. Drei Mal soll der Präsident getroffen worden sein. Der Leibwächter wurde von anderen Sicherheitskräften getötet. Der Flughafen von Kinshasa und die Grenzposten zu Kongo-Brazzaville wurden abgeriegelt.

Kabila herrschte als Autokrat

In Kongo herrscht seit August 1998 Bürgerkrieg. Damals erhoben sich bewaffnete Oppositionsgruppen gegen Kabila. Unterstützt wurden sie von Ruanda und Uganda sowie von der Minderheit der im Osten Kongos lebenden Tutsi. Auf die Seite der Regierung in Kinshasa stellten sich Simbabwe, Angola und Namibia. In Brüssel sprach Rebellensprecher Kin-Kiey Mulumba von einer Palastrevolution. Kabila sei von Soldaten seiner eigenen Leibgarde erschossen worden. Die Ereignisse in Kinshasa seien ein Beleg dafür, dass die Bevölkerung einen Machtwechsel wolle, erklärte Mulumba.

Kabila kam im Mai 1997 an der Spitze eines Aufstands gegen den langjährigen Machthaber Mobutu Sese Seko an die Macht. Er gab Zaire den Staatsnamen Kongo zurück. Mit seinem autokratischen Führungsstil zog der anfangs gefeierte Herrscher zunehmend den Unwillen weiter Bevölkerungskreise auf sich, zumal er viele versprochene Reformen nicht eingelöst hat.