Korea-Gipfel: Historischer Handschlag - DER SPIEGEL
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Korea-Gipfel Historischer Handschlag

Nach über einem halben Jahrhundert haben sich die Staatschefs von Nord- und Südkorea erstmals die Hände gereicht. Das Auftaktgespräch zwischen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il und dem südkoreanischen Präsidenten Kim Dae Jung in Pjöngjang fand in unerwartet entspannter Atmosphäre statt.
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Seoul/Pjöngjang - Zum Auftakt der historischen Konferenz sprachen die Staatschefs der verfeindeten Nachbarländer über Aussöhnung und Zusammenarbeit, sagte Vize-Vereinigungsminister Yang Young Shik in Seoul. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il habe seine Motive für die Einladung an das südkoreanische Staatsoberhaupt dargelegt. In der Unterredung sei es darum gegangen, eine gute Atmosphäre für weitere Gesprächsrunden zu schaffen.

Zuvor hatte der als öffentlichkeitsscheu geltende Kim Jong Il, 58, seinen 74-jährigen Gast überraschend per Handschlag bei der Ankunft auf dem Sunan-Flughafen nahe Pjöngjang begrüßt. Bis Donnerstag wollen die Staatsmänner beim ersten Gipfeltreffen in der Geschichte beider Länder über die Grundlagen verbesserter Beziehungen sprechen.

In Südkorea wurden mit der Gipfelvereinbarung neue Hoffnungen auf eine Aussöhnung mit dem stalinistisch geprägten Nachbarstaat und ein Ende des fast 50 Jahre dauernden Kalten Krieges auf der Halbinsel geweckt. Beide koreanischen Staaten befinden sich seit dem Ende des Koreakrieges (1950-53) praktisch noch im Kriegszustand. Ein formaler Friedensschluss kam bis heute nicht zu Stande.

Er fahre mit der Hoffnung, dass der Gipfel zu einem Wendepunkt in den Bemühungen um ein Ende der Kriegsgefahren und des Kalten Kriegs auf der seit 1945 geteilten koreanischen Halbinsel werde, sagte Kim Dae Jong kurz vor dem Abflug nach Nordkorea von einem Militärflughafen in Seoul. Er wolle sich für einen dauerhaften Dialog mit dem kommunistischen Nachbarstaat und einen späteren Gegenbesuch Kim Jong Ils in Seoul einsetzen, sagte Kim. Zugleich warnte er jedoch vor zu hohen Erwartungen. "Ich glaube nicht, dass wir sämtliche Probleme mit einem Treffen lösen." Südkorea hofft darüber hinaus auf eine Vereinbarung über die Zusammenführung getrennt lebender Familien aus beiden Teilen Koreas.

Der Beginn des Gipfeltreffens war ursprünglich für Pfingstmontag geplant, wurde jedoch auf Nordkoreas Wunsch um einen Tag auf Dienstag verschoben. Für die Verlegung wurden nach südkoreanischen Angaben "technische Gründe" genannt.