Krebstherapie des Präsidenten Chávez lässt sich in Brasilien behandeln
Venezuelas Präsident Chávez: Bösartiger Tumor im Beckenbereich entfernt
Foto: REUTERS/Miraflores PalaceBrasilia - Überraschend ist Venezuelas Präsident Hugo Chávez vor 11 Tagen in seine Heimat zurückgekehrt; zuvor hatte er Wochen auf Kuba verbracht. Doch er wird offenbar nicht lange in Venezuela bleiben. Am Freitag wurde bekannt, dass Chávez seine Krebserkrankung in Brasilien behandeln lassen will.
Er werde sich in den kommenden Tagen zur Behandlung in ein Spezialkrankenhaus in São Paulo begeben, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Agencia Brasil am Freitag. Vertreter des 56-jährigen Staatschefs hätten mit der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff verhandelt. Rousseff, die selbst vor ihrem Amtsantritt im Januar wegen Krebs behandelt worden war, hatte Chávez angeboten, in das Krankenhaus in São Paulo zu gehen. Chávez' Büro wollte den Bericht weder dementieren noch bestätigen.
Am Mittwoch gestand der linke Politiker erstmals ein, dass er eine Chemotherapie benötigen werde. Gerüchte, dass er unter Magen- oder Darmkrebs leide, dementierte er.
Experten sahen in der Nachricht von einer möglichen Behandlung in Brasilien einen Hinweis darauf, dass der Krebs noch nicht besiegt ist. Auf Kuba war ihm im Juni ein bösartiger Tumor im Beckenbereich entfernt worden. Seither hat er sich nur selten in der Öffentlichkeit gezeigt. Am Montag liefen im staatlichen Fernsehen Bilder des geschwächten, aber kämpferischen Chávez. "Mir geht's gut, ich fühle mich wohl", sagte er und reckte die Faust.
Seine Anhänger feierten ihn in den Straßen. Vor allem in den Elendsvierteln der Hauptstadt wird Chávez hoch angerechnet, dass er die Öleinnahmen des Landes zum Bau von Krankenhäusern und Schulen eingesetzt hat. Seine Gegner kritisieren seinen populistischen Kurs. Zudem leiden die Venezolaner unter ständigen Stromausfällen. Der "Comandante", wie ihn seine Anhänger gerne nennen, regiert Venezuela seit 1999.
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