Kritik an Terrorbekämpfung US-Diplomat verärgert Pakistan
Washington/Islamabad - Solange Terroristen in Pakistan Zuflucht fänden, sei es schwierig, für Sicherheit im Süden und Osten von Afghanistan zu sorgen, sagte US-Botschafter Zalmay Khalilzad in Washington in einer Rede im Zentrum für Strategische und Internationale Studien. "Wir können nicht zulassen, dass dieses Problem ewig schwelt." Pakistan gehe nicht effektiv genug gegen mutmaßliche al-Qaida-Mitglieder an der Grenze zu Afghanistan vor. "Wir haben der pakistanischen Regierung gesagt, dass sie dieses Problem lösen muss oder wir werden das selbst tun", sagte der US-Botschafter.
Islamabad reagierte verärgert auf die Äußerungen des Diplomaten. Ein Sprecher des Außenministeriums nannte sie "ungerechtfertigt und unerbeten". Auch der pakistanische Informationsminister Rashid Ahmed wies Khalilzads Kritik zurück. "Der amerikanische Botschafter ist sich nicht über die Gegebenheiten vor Ort im Klaren", sagte Ahmed. "Unsere Truppen sind voll und ganz in der Lage, gegen Terroristen vorzugehen. Unsere Truppen haben ihr Leben geopfert, um ihr Versprechen zu erfüllen, die Terroristen zu bekämpfen." Pakistan brauche dabei keine fremde Unterstützung. "Derart unverantwortliche Äußerungen können uns politisch in Schwierigkeiten bringen", sagte Ahmed.
In Afghanistan bereiteten afghanische und amerikanische Soldaten unterdessen einen Angriff auf etwa 150 mutmaßliche Extremisten in den Bergen an der Grenze zu Pakistan vor. Der afghanische Kommandeur Sakim Khan sagte, die Bewaffneten hätten sich in den Regionen Sar Hawsa und Marsak in der Provinz Paktika verschanzt. Auf der anderen Seite der Grenze hatte Pakistan im vergangenen Monat eine groß angelegte Offensive gegen mutmaßliche al-Qaida-Kämpfer gestartet. Khan sagte, seine Männer warteten noch auf Befehle des Verteidigungsministeriums, die Gegend zu durchsuchen. Er rechne mit Unterstützung durch Soldaten und Flugzeuge der US-geführten Truppen.